Hoeness macht Nagelsmann zum Wunschkandidaten
Uli Hoeness, Ehrenpräsident des FC Bayern München, hat sich klar positioniert: Für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko wünscht er sich Julian Nagelsmann als Bundestrainer. In einem Interview mit der „Bild am Sonntag“ sagte Hoeness: „Julian Nagelsmann ist der absolute Wunschkandidat für mich. Er hat das Zeug, diese Mannschaft zu führen und erfolgreich zu machen.“ Der 71-Jährige betonte, dass Nagelsmann trotz seiner Entlassung beim FC Bayern im März 2023 weiterhin zu den besten Trainern Deutschlands zähle.
Nagelsmanns Bilanz und Potenzial
Nagelsmann, der aktuell vereinslos ist, trainierte von 2021 bis 2023 den FC Bayern und gewann mit dem Rekordmeister 2022 die deutsche Meisterschaft. Seine Gesamtbilanz beim FC Bayern: 84 Spiele, 60 Siege, 14 Unentschieden, 10 Niederlagen – eine Siegquote von 71,4 Prozent. Hoeness lobte insbesondere Nagelsmanns taktische Flexibilität und seine Fähigkeit, junge Spieler zu integrieren. „Er hat bei der TSG Hoffenheim und RB Leipzig gezeigt, dass er aus jungen Talenten ein starkes Team formen kann. Genau das braucht der DFB jetzt“, so Hoeness.
Kritik an aktueller DFB-Situation
Gleichzeitig übte Hoeness Kritik an der aktuellen Situation des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Nach dem enttäuschenden Vorrunden-Aus bei der WM 2022 in Katar und der anhaltenden Diskussion um Bundestrainer Hansi Flick sieht Hoeness dringenden Handlungsbedarf. „Wir dürfen nicht in der Mittelmäßigkeit versinken. Der DFB muss jetzt die Weichen für die Zukunft stellen“, forderte er. Flick selbst steht nach schwachen Ergebnissen in der Kritik, doch Hoeness nannte keinen Zeitpunkt für einen möglichen Wechsel.
Alternativen und Perspektiven
Neben Nagelsmann brachte Hoeness auch andere Kandidaten ins Spiel, darunter Ralf Rangnick und Stefan Kuntz. Allerdings machte er klar, dass Nagelsmann für ihn die erste Wahl sei. „Wenn man die Chance hat, einen Trainer wie Nagelsmann zu bekommen, muss man zugreifen. Er ist jung, ambitioniert und hat moderne Ideen“, so Hoeness. Der DFB hat bislang keine offizielle Stellungnahme zu Hoeness' Äußerungen abgegeben. Die Entscheidung über die Zukunft auf der Trainerposition wird frühestens nach der Europameisterschaft 2024 in Deutschland erwartet.
Reaktionen aus der Fußballwelt
Die Aussagen von Hoeness lösten gemischte Reaktionen aus. Während einige Experten seine Einschätzung teilen, warnen andere vor übereilten Personalentscheidungen. „Nagelsmann ist zweifellos ein Top-Trainer, aber er braucht Zeit, um sein Konzept umzusetzen. Der DFB sollte nicht hektisch handeln“, kommentierte Fußball-Analyst Lothar Matthäus. Nagelsmann selbst äußerte sich bislang nicht zu den Spekulationen.



