Nato-Gipfel: Hört auf, vor Erdoğan zu kuschen – Leitartikel
Nato-Gipfel: Hört auf, vor Erdoğan zu kuschen

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan nutzt den Nato-Gipfel in Ankara als Bühne für eine Machtdemonstration. In einem Leitartikel von Maximilian Popp im Spiegel wird die Forderung laut, dass die Europäer nicht kritiklos mitspielen sollten. Erdoğan, der im eigenen Land an Popularität verloren hat, versuche mit dem Gipfel von inneren Problemen abzulenken und seine Autorität zu festigen. Die Europäische Union und die Nato-Partner sollten dem nicht tatenlos zusehen, sondern klare Kante zeigen.

Erdoğans innenpolitische Schwäche als Hintergrund

Der türkische Staatschef steckt innenpolitisch in einer schwierigen Lage. Umfragen zufolge hat seine Partei AKP in den letzten Monaten an Zustimmung eingebüßt, während die Wirtschaftskrise mit hoher Inflation und Arbeitslosigkeit die Bevölkerung belastet. Der Nato-Gipfel biete ihm die Gelegenheit, sich als starken Führer auf internationaler Bühne zu präsentieren. Laut dem Artikel solle man sich von dieser Inszenierung nicht blenden lassen.

Kritik an der Rolle der Europäer

Der Leitartikel kritisiert scharf, dass die europäischen Regierungen oft zu nachgiebig gegenüber Erdoğan seien. Stattdessen müssten sie auf Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit pochen. Die Türkei blockiere etwa die Nato-Erweiterung um Schweden und Finnland und nutze ihre geostrategische Position als Druckmittel. Die Europäer dürften nicht zulassen, dass Erdoğan die Nato für seine Zwecke instrumentalisiere. Der Artikel endet mit dem Appell, endlich eine selbstbewusstere Haltung gegenüber Ankara einzunehmen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration
Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram