Nach öffentlicher Kritik: HSV verzichtet auf Glatzel in Dortmund
Der Hamburger SV muss beim Bundesliga-Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund am Samstag auf seinen Stürmer Robert Glatzel verzichten. Der Angreifer fehlt aus disziplinarischen Gründen im Spieltagskader, nachdem er sich in einem Zeitungsinterview öffentlich über seine geringen Einsatzzeiten beklagt hatte.
Trainer Polzin reagiert auf öffentliche Äußerungen
HSV-Trainer Merlin Polzin strich den 31-Jährigen aus dem Kader für die Partie in Dortmund (18.30 Uhr/Sky). Polzin hatte bereits am Donnerstag erklärt, dass zwar jedem Spieler seine Meinung zustehe, diese derart in die Öffentlichkeit zu tragen jedoch nicht der richtige Weg sei. „Diese Vorgehensweise lässt sich nicht mit den Regeln und der Haltung des Vereins in Einklang bringen“, so der Trainer.
Polzin bestätigte, dass er mit Glatzel „ein offenes, klärendes Gespräch“ geführt habe. Der Vorstoß des Stürmers sei im Klub auch „eine Ebene höher“ zum Thema geworden. Insgesamt seien dabei „klare Worte“ gefallen, die zur Entscheidung führten, Glatzel für das Spiel in Dortmund nicht zu berücksichtigen.
Glatzels Unmut über Einsatzzeiten
In einem Artikel der Hamburger Morgenpost hatte sich Glatzel zuvor über seine Situation geäußert. Der Stürmer berichtete, dass er bereits nach der 0:1-Niederlage gegen Bayer Leverkusen Anfang März das Gespräch mit Trainer Polzin gesucht habe. „Warum ich dann auch die nächsten beiden Spiele nur auf der Bank saß, kann ich nicht verstehen“, sagte Glatzel wörtlich.
Zuletzt hatte Polzin dem Winter-Neuzugang Damion Downs wiederholt den Vorzug gegeben. Der ehemalige Kölner Stürmer wartet allerdings weiter auf seinen ersten Treffer im Trikot des Hamburger SV. Diese Personalentscheidung des Trainers hatte offenbar zu Glatzels Frustration beigetragen.
Konsequenzen für Mannschaft und Verein
Die disziplinarische Maßnahme gegen Glatzel unterstreicht den klaren Kurs des HSV im Umgang mit internen Konflikten. Der Verein demonstriert damit, dass öffentliche Kritik an Trainingsentscheidungen nicht toleriert wird. Für das wichtige Auswärtsspiel in Dortmund muss der HSV nun auf einen erfahrenen Offensivspieler verzichten, was die taktischen Möglichkeiten von Trainer Polzin einschränken könnte.
Die Situation zeigt zudem, wie sensibel das Thema Einsatzzeiten in Profimannschaften gehandhabt wird. Während interne Gespräche zwischen Spielern und Trainern zum sportlichen Alltag gehören, kann die öffentliche Darstellung solcher Konflikte zu ernsthaften Konsequenzen führen – wie nun im Fall von Robert Glatzel deutlich wird.



