Ifab stellt klar: VAR hätte Embolo keine Gelb-Rot zeigen dürfen
Ifab: VAR-Entscheidung gegen Embolo war falsch

Der Videoassistent (VAR) hätte im WM-Viertelfinale zwischen der Schweiz und Argentinien nicht eingreifen dürfen, um die Gelb-Rote Karte gegen Breel Embolo zu verhängen. Das stellten die internationalen Regelhüter des International Football Association Board (Ifab) nun klar. Der Schweizer Stürmer war in der 76. Minute des Spiels des Feldes verwiesen worden, nachdem Schiedsrichter João Pinheiro auf Anraten des VAR seine ursprüngliche Entscheidung – Foul an Embolo und Gelb für Argentiniens Leandro Paredes – zurücknahm und stattdessen Embolo wegen einer Schwalbe mit Gelb-Rot bestrafte.

Regelklausel falsch angewendet

Das Schiedsrichter-Team berief sich dabei auf eine Regelklausel, die eigentlich nur für Verwechslungen von Spielern gedacht ist. „Eine Gelbe Karte (Verwarnung), bei der es sich nicht um eine zweite Gelbe Karte handelt, kann nur überprüft werden, um den Spieler zu identifizieren, der das geahndete Vergehen begangen hat; das Vergehen selbst kann nicht überprüft oder geändert werden“, erläuterte das Ifab. Der VAR hätte also nur eingreifen dürfen, wenn Pinheiro den falschen Spieler verwarnt hätte – nicht aber, um die Art des Vergehens zu korrigieren. Da Embolo zuvor bereits Gelb gesehen hatte, bedeutete die zweite Gelbe Karte den Platzverweis.

Argentinien gewann die Partie letztlich mit 3:1 nach Verlängerung und zog ins Halbfinale ein. Die Szene war einer der großen Aufreger des Turniers. Das Ifab betonte, dass die Anwendung der Klausel in diesem Fall sowie bereits im Gruppenspiel der USA gegen Paraguay „positiv aufgenommen“ worden sei. Dennoch dürfe sie erst nach Abschluss einer Überprüfung des VAR-Protokolls angewendet werden, die nun anstehe.

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Uefa bekräftigt VAR-Rolle

Die Europäische Fußball-Union (Uefa) begrüßte die Klarstellung der Regelhüter. Nach einem Treffen der Schiedsrichterchefs ihrer Mitgliedsverbände bekräftigte die Uefa, dass der VAR nur bei eindeutigen und offensichtlichen Fehlern eingreifen dürfe. „Der VAR soll das Spiel nicht neu pfeifen, sondern ist eine unverzichtbare Unterstützung für die Schiedsrichter, die im Mittelpunkt aller Entscheidungsfindung stehen müssen“, hieß es in einer Mitteilung. Die Kontroverse zeigt einmal mehr die Herausforderungen bei der Anwendung des Videobeweises im Spitzenfußball.

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