Der frühere Hertha-Profi und US-Nationalspieler John Brooks (33) wechselt überraschend zum Berliner Regionalligisten Altglienicke. Der Innenverteidiger unterschrieb einen Vertrag bis 2028 und soll die Abwehr des Viertligisten verstärken. Brooks, der in den vergangenen zwei Jahren verletzungsbedingt nur eine Minute für Hertha BSC spielte, erklärte seinen Schritt mit dem Wunsch, in seiner Heimatstadt zu bleiben und wieder Freude am Fußball zu finden.
Brooks: „In meiner Stadt bleiben und die Freude spüren“
„Ich bin in Berlin geboren, hier hat für mich alles angefangen. Als ich mich gefragt habe, was ich wirklich will, war die Antwort klar: in meiner Stadt bleiben und wieder die Freude spüren, mit der ich als Kind angefangen habe“, sagte Brooks. „Die letzte Zeit war nicht die einfachste meiner Karriere. Aber genau deshalb weiß ich heute umso klarer, warum ich Fußball spiele: wegen der Freude am Spiel. Und die habe ich hier vom ersten Moment an gespürt.“
Brooks bestritt 45 Länderspiele für die USA und nahm an zwei Weltmeisterschaften teil. Bei der WM 2014 in Brasilien erzielte er das Siegtor gegen Ghana. In der Bundesliga spielte er unter anderem für Hertha BSC, den VfL Wolfsburg und RB Leipzig.
Sportchef Steiner: „Ein Glücksfall für uns“
Altglienickes Sportlicher Leiter Michael Steiner (53) zeigte sich begeistert von der Verpflichtung: „Für die Innenverteidigung haben wir ein klares Profil gesucht: kopfballstark, zweikampfstark und mit einer guten Spieleröffnung. Dass ein Spieler mit Jays Vita dieses Profil erfüllt und gleichzeitig menschlich so gut zu uns passt, ist ein Glücksfall. Uns hat überzeugt, wie genau Jay wusste, was er will: in seiner Stadt bleiben, Teil von etwas Echtem sein und wieder mit Freude Fußball spielen. Er hat unseren Weg über Monate verfolgt, lange bevor wir das erste Mal über einen Vertrag gesprochen haben.“
Auch Altglienickes Fußball-Chef Torsten Mattuschka (45) lobte den Neuzugang: „Für mich zählt, was ein Spieler in der Kabine auslöst. Jay ist unkompliziert, ehrlich und hungrig. Und er hat ein Feuer, das man nicht kaufen kann. Wenn ein Junge, der bei einer Weltmeisterschaft getroffen hat, lieber bei uns auf dem Platz steht als irgendwo sonst auf der Welt, dann haben wir wohl irgendetwas richtig gemacht.“
Regionalligist mit Ambitionen
Der Regionalligist Altglienicke strebt in dieser Saison die Spitzenplätze an. Perspektivisch sind der Aufstieg in die 3. Liga und ein Stadionneubau geplant. Brooks zeigte sich von diesen Zielen angetan: „Ich habe in meiner Laufbahn viele Vereine von innen gesehen, große Namen, große Strukturen. Was mich hier überzeugt hat, steht in keinem Vertrag: wie die Leute miteinander umgehen. Ich hatte vom ersten Tag an das Gefühl, dazuzugehören. Ich weiß, was dieser Verein vorhat, und ich will meinen Teil beitragen. Nicht mit großen Worten, sondern auf dem Platz, im Training, in der Kabine. Und wenn ich den jungen Spielern etwas mitgeben kann, umso besser.“



