Schiri-Experte Kinhöfer zerreißt VAR und fordert Simeone-Strafe
Kinhöfer kritisiert VAR und fordert Strafe für Simeone

Schiedsrichter-Experte Thorsten Kinhöfer hat nach dem packenden Halbfinal-Hinspiel der Champions League zwischen Atlético Madrid und dem FC Arsenal deutliche Kritik am Video Assistant Referee (VAR) geübt. Zudem fordert er eine Strafe für Atlético-Trainer Diego Simeone. Das Spiel endete 1:1, wobei beide Teams einen Elfmeter verwandelten. Viktor Gyökeres traf für Arsenal in der 44. Minute, Julián Álvarez glich in der 56. Minute aus.

VAR-Entscheidung sorgt für Diskussionen

Besonders umstritten war ein zurückgenommener Strafstoß für Arsenal. Schiedsrichter Danny Makkelie hatte zunächst auf Elfmeter entschieden, nachdem Dávid Hancko Eberechi Eze am Fuß getroffen hatte. Nach Eingriff des VAR und Ansicht der Bilder nahm Makkelie seine Entscheidung jedoch zurück. Für Kinhöfer ist das kaum nachvollziehbar.

„Der VAR soll nur bei glasklaren Fehlentscheidungen eingreifen. Dass das hier keine glasklare Fehlentscheidung ist, da sind wir uns wohl einig“, kritisierte der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter im ZDF. Der Kontakt gegen Eze sei unstrittig gewesen, und Makkelie habe die Szene auf dem Feld gepfiffen. „Sonst kann man die ganze Diskussion um den VAR auf Deutsch gesagt in die Tonne kloppen“, so Kinhöfer. „Das kann ja nicht wahr sein, dass so eine Situation revidiert wird.“

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Kinhöfer: Simeone-Verhalten „nicht mehr jugendfrei“

Kinhöfer vermutet, dass der „Druck von außen“, insbesondere durch Atlético-Trainer Diego Simeone, entscheidend für die Umkehr der Entscheidung war. „Der Trainer von Atlético führt sich da draußen auf – das ist ja fast nicht mehr jugendfrei, wie da Gestik und Mimik auf den Schiedsrichter niederprasselt“, meinte der 57-Jährige und forderte: „Da muss die UEFA auch Einhalt gebieten, weil so ein Verhalten.“

Weiter stellte Kinhöfer klar: „Man muss sich immer vorstellen: Das sind Vorbilder. Was soll dann in den unteren Ligen in Deutschland passieren, wenn solche Trainer ihr Unwesen treiben und im Endeffekt keine Sanktionen zu fürchten haben.“

Handspiel-Regel infrage gestellt

Weniger Diskussionsbedarf sieht Kinhöfer beim Handelfmeter für Atlético. „Das ist ein Handspiel, der Arm oder die Hand ist weit vom Körper“, analysierte er und stellte wie schon beim Spiel des FC Bayern „eine deutliche Richtungsänderung“ des Balls fest, die das Handspiel strafbar mache.

Dennoch bemängelte Kinhöfer die grundsätzliche Situation um Handspiele. „Ich glaube, man muss mal langsam daran gehen, dass man mal überlegen muss, ob solche Handspiele überhaupt gepfiffen werden müssen und vor allen Dingen, ob es dafür einen Strafstoß geben muss. Weil die Strafe für so einen Mist, auf Deutsch gesagt, ist doch viel zu hoch“, argumentierte der Ex-Schiedsrichter. Spieler und Schiedsrichter hätten kaum eine Möglichkeit gehabt anders zu handeln, „aber man muss sich doch mal Gedanken machen, ob in der heutigen Zeit ein solches Handspiel für den Fußball an sich förderlich ist.“

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