Kompany kritisiert Mourinho scharf: "Klarer Fehler" im Umgang mit Rassismus-Vorfall um Vinícius
Bayern Münchens Trainer Vincent Kompany hat seinen prominenten Kollegen José Mourinho nach dem Rassismus-Skandal um Real Madrids Star Vinícius Júnior ungewöhnlich scharf kritisiert. Der Belgier bezeichnete Mourinhos Verhalten als einen klaren Führungsfehler und griff dabei auf seine persönlichen Erfahrungen mit Rassismus zurück.
Mourinhos Äußerungen zum Torjubel und zur Vereinsgeschichte
Nach dem Playoff-Spiel der Champions League zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid hatte Mourinho den Charakter von Vinícius Júnior attackiert und dessen Art des Torjubels kritisiert. Zudem verwies der Benfica-Trainer auf die schwarze Legende Eusébio, um zu betonen, dass der Club nicht rassistisch sei. Kompany reagierte darauf mit deutlichen Worten: "Für mich ist das aus Führungsperspektive ein klarer Fehler", sagte der Bayern-Coach.
Persönlicher Hintergrund und historischer Kontext
Kompany, dessen Vater Pierre als politisch Verfolgter aus dem Kongo nach Belgien floh und später der erste schwarze Bürgermeister des Landes wurde, wies auf die historischen Umstände hin. "Was Spieler in den Sechzigerjahren durchgemacht haben? Mein Vater ist auch ein schwarzer Mann aus den Sechzigern – damals hatten sie als einzige Option, ruhig zu bleiben, nichts zu sagen, darüberzustehen, zehnmal besser zu sein", erklärte er. Er kritisierte, dass Mourinho den Namen Eusébios nutzte, um etwas gegen Vinícius zu sagen.
Der 39-jährige Trainer, der in einer Sozialbaugegend in Brüssel aufwuchs und selbst mehrfach rassistische Beleidigungen erlebte, betonte: "Ich passe nicht in diese Welt und was da alles passiert, ich sehe da meinen Platz oftmals nicht." Dennoch hob er hervor, dass er viele Menschen getroffen habe, die positiv über Mourinho sprechen, aber in diesem Fall einen Fehler sehe.
Der konkrete Vorfall und die Reaktionen
Vinícius Júnior hatte Benfica-Spieler Gianluca Prestianni beschuldigt, ihn während des Spiels als "Affe" beleidigt zu haben. Mourinho konterte mit Kritik am Torjubel des Brasilianers. Die Uefa hat inzwischen Ermittlungen eingeleitet. Kompany äußerte die Hoffnung auf eine Entschuldigung und einen Raum für Versöhnung: "Mein Traum ist, dass es am Ende dieser Situation einen Raum gibt, wo jemand sagen kann: 'Es tut mir leid, ich bitte um Entschuldigung'."
Abschließend appellierte der Bayern-Trainer an die Gemeinschaft im Fußball: "Schaut mal auf die Dinge, die wir zusammen schaffen können und nicht auf die, die uns trennen." Seine Herkunft sieht Kompany dabei nicht als Nachteil, sondern als Stärke im Kampf gegen Rassismus.



