Harsche Kritik an Antonio Rüdiger im DFB-Team: „Was muss passieren?“
Antonio Rüdiger ist im DFB-Team keine unumstrittene Figur. Im SPORT1-Doppelpass wird seine Personalie heiß diskutiert - und kritisiert. Die Debatte um den Verteidiger der deutschen Nationalmannschaft hat neue Nahrung erhalten, nachdem sich ehemalige und aktuelle Experten zu seiner Rolle und seinem Verhalten geäußert haben.
Almuth Schult: „Es reicht mir“
Deutliche Kritik gab es von der ehemaligen deutschen Nationaltorhüterin und Olympiasiegerin Almuth Schult. „Wenn Julian Nagelsmann sagt, dass er auf Bewährung ist: Was muss passieren, damit eine Bewährung in eine Strafe umgesetzt wird? Das trifft mich“, begann die 35-Jährige ihre scharfen Worte. Sie bezog sich dabei auf die Aussagen des Bundestrainers, der Rüdiger zuletzt deutlich verteidigt hatte.
„Emotionalität ist in gewisser Weise gut, aber es darf nicht in Hass, Beleidigung oder Diskriminierung umschlagen“, führte Schult weiter aus. Dabei ging sie vor allem auf die „Kopf-ab-Geste“ von Rüdiger ein, die im vergangenen Jahr für negative Schlagzeilen gesorgt hatte. „Genau dazu zählt das für mich. Ich bin an einem Punkt, an dem es mir reicht“, stellte sie klar.
Die Rolle im Team und sportliche Perspektiven
Trotz seiner Position als Vize-Kapitän hat der 33-Jährige sportlich seinen Stammplatz im DFB-Team verloren und ist als erster Backup eingeplant. Beim 4:3-Sieg im Testspiel gegen die Schweiz musste Rüdiger Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck den Vortritt lassen. Für SPORT1-Experte Stefan Effenberg ist dies die passende Rolle: „Hinter Schlotterbeck und Tah ist er ein guter Backup.“
Vor allem das Comeback nach einer längeren Oberschenkelverletzung beeindruckte Effenberg: „Er ist zurückgekommen und spielt bei Real angefochten in der Startelf, das muss man auch erstmal schaffen. Sportlich musst du ihn mit dazu nehmen“, stellte er klar. Diese Einschätzung teilte auch SPORT1-Experte Alfred Draxler, der jedoch gleichzeitig deutliche Kritik äußerte.
Die umstrittene Kopf-ab-Geste
„Er hatte diese Kopf-ab-Geste. Das geht nicht. Das ist für mich ein Killer-Argument“, so der 73-jährige Draxler. Die Geste, die Rüdiger im vergangenen Jahr zeigte, sorgte für anhaltende Diskussionen und verfolgt den Verteidiger bis heute. Bundestrainer Julian Nagelsmann äußerte sich zuletzt deutlich und verteidigte Rüdiger. „Er weiß schon, was er machen muss in Zukunft und was er besser lassen sollte“, sagte er vor der Partie gegen die Schweiz.
Ob sich Rüdiger sportlich wieder in den Vordergrund spielen kann, bleibt ungewiss. Auch beim zweiten Test gegen Ghana dürfte Nagelsmann auf die eingespielte Viererkette um Joshua Kimmich, Tah, Schlotterbeck und David Raum setzen. Die Diskussion um Rüdigers Platz im Team und sein Verhalten wird jedoch weiterhin die Gemüter erhitzen.
Die Positionen im Überblick:
- Almuth Schult fordert Konsequenzen für Rüdigers Verhalten
- Stefan Effenberg sieht ihn als guten Backup-Spieler
- Alfred Draxler kritisiert die Kopf-ab-Geste scharf
- Julian Nagelsmann verteidigt seinen Spieler, verweist aber auf Lernprozesse
Die Debatte zeigt, dass Antonio Rüdiger nicht nur sportlich, sondern auch charakterlich im Fokus steht. Seine Zukunft in der Nationalmannschaft hängt von beiden Faktoren ab.



