Freiburg-Boss Leki zu Trump, Stadionverboten und Investoren: 50+1 hat große Sprengkraft
Leki zu Trump, Stadionverboten und 50+1: Große Sprengkraft

Freiburg-Boss Oliver Leki im Exklusivinterview: Trump, Stadionverbote und die Zukunft des Fußballs

Als DFL-Vizepräsident und DFB-Vize steht Oliver Leki, Vorstand des SC Freiburg, im Zentrum der aktuellen Fußballdebatten. In einem umfassenden Gespräch äußert er sich zu brisanten Themen wie der WM in den USA unter Präsident Donald Trump, der Stadionsicherheit und der umstrittenen 50+1-Regel.

WM in den USA: Trump als Störfaktor?

Die Weltmeisterschaft in den USA wirft angesichts der geopolitischen Spannungen unter Präsident Donald Trump Fragen auf. Leki zeigt sich zwar besorgt über mögliche Einflüsse auf den Turnierablauf, etwa durch protestierende Fans oder Spielverlegungen, betont aber: „Ich freue mich auf die WM. Diese Freude will ich mir nicht von Trump nehmen lassen.“ Er sieht rote Linien, etwa wenn Trump versuchen sollte, Grönland gegen dessen Willen einzunehmen, hält einen Boykott jedoch derzeit für nicht notwendig.

Stadionsicherheit: Konflikt mit der Politik

Die Kritik der Innenminister an mangelnden Fortschritten bei der Stadionsicherheit weist Leki teilweise zurück. Während er unkonsequente Klubs kritisiert, verteidigt er die Mehrheit der Vereine, darunter den SC Freiburg, die streng handeln. „Die Eingriffsschwelle einer Fachaufsicht muss sehr hoch sein, sonst wird sie zur zentralen Stadionverbotskommission durch die Hintertür“, so Leki. Drohungen der Politik, Klubs an Polizeikosten zu beteiligen, lehnt er als falschen Ansatz ab und plädiert für Prävention durch Stadionallianzen.

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50+1-Regel: Emotionale Sprengkraft für den Fußball

Die 50+1-Regel, die externe Investoren von der Mehrheitsübernahme abhält, steht unter Druck. Leki erwartet eine finale Einschätzung des Bundeskartellamts Mitte des Jahres und warnt vor den Folgen von Klagen der Mutterkonzerne Bayer AG und VW AG. „Das Thema 50+1 hat eine große Sprengkraft für Fußball-Deutschland“, betont er. Er widerspricht Bayern-Vertretern, die eine Abschaffung für mehr Wettbewerb fordern, und sieht stattdessen eine Umverteilung der UEFA-Gelder als Lösung für spannendere Ligen.

Frauenfußball und sportliche Ambitionen

Leki bedauert das Scheitern des Joint Ventures zwischen Frauen-Bundesliga und DFB und sieht darin einen Rückschlag für die Professionalisierung. Zur Frauen-EM 2029 in Deutschland äußert er Enttäuschung, dass Freiburg nicht als Standort berücksichtigt wird. Sportlich bleibt der SC Freiburg ambitioniert, doch Leki mahnt zur Realität: „Wir haben nicht die Möglichkeiten, den Angriff auf die Champions-League-Klubs auszurufen.“ Dennoch hofft er auf Titelgewinne im DFB-Pokal und der Europa League.

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