Lennart Karl genießt die Sonne mit seiner Freundin Zoe Käppele im Süden, doch seine Gedanken kreisen um einen ganz besonderen Anruf. Der 18-jährige Youngster des FC Bayern München wartet sehnsüchtig auf die Nachricht von Bundestrainer Julian Nagelsmann, der am 21. Mai seinen Kader für die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko bekannt geben wird. Karl, der im März bei den Länderspielen gegen die Schweiz und Ghana bereits sein Debüt im DFB-Dress feierte, möchte sich im letzten Bundesligaspiel gegen den 1. FC Köln mit einer starken Leistung empfehlen.
Der verpasste Anruf in der Mathe-Nachhilfe
Schon einmal verpasste Karl einen Anruf von Nagelsmann – damals saß er in der Mathe-Nachhilfe. „Er hat mich angerufen, als ich bei der Mathe-Nachhilfe war, dann habe ich fünf Minuten später zurückgerufen“, erzählte der Mittelfeldspieler schmunzelnd. Diese Unbekümmertheit und sein Selbstvertrauen überzeugten den Bundestrainer, der ihn prompt für die Freundschaftsspiele nominierte. Nun hofft Karl auf eine erneute Chance, diesmal für das größte Turnier der Welt.
Verletzung bremste den Aufstieg
Der Blitzaufstieg des Bayern-Talents war nicht vorgezeichnet. Noch im Frühjahr 2025 wurde am Bayern-Campus über eine mögliche Leihe in die 2. Bundesliga oder ins Ausland diskutiert, da Karl in der U17 unterfordert war. Doch er blieb und erkämpfte sich seinen Platz im Profikader von Vincent Kompany. Nach einer starken Saison mit fünf Toren und fünf Vorlagen in der Bundesliga sowie Glanzauftritten in der Champions League gegen Brügge und Arsenal bremste ihn Anfang April ein Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel aus. Seitdem absolvierte er kein Spiel über 90 Minuten, wurde aber zuletzt beim 1:0-Sieg in Wolfsburg in der Schlussphase eingewechselt.
Nagelsmann zeigt sich beeindruckt
Julian Nagelsmann lobte Karl nach den März-Länderspielen: „Er hat sehr auffällig trainiert, sich viel zugetraut, aber nicht übertrieben. Ich war sehr positiv angetan.“ Die Verletzung von Serge Gnabry (Adduktorenabriss) könnte Karls Chancen auf ein WM-Ticket zusätzlich erhöhen. Dennoch weiß der Youngster, dass er sich noch einmal beweisen muss – am besten mit einem Startelfeinsatz gegen Köln. „Ich mache mir selbst keinen Druck. Ich spiele meinen Fußball runter und hoffe, dass es klappt, bei der WM dabei zu sein“, sagte Karl.
Sollte die Nominierung gelingen, würde Karl nach dem Pokalfinale mit den Bayern-Kollegen nach Herzogenaurach reisen, um sich mit der Nationalmannschaft auf das Turnier vorzubereiten. Ein weiterer Meilenstein in einer Saison, die vor einem Jahr noch undenkbar schien.



