Maduro: Jeder unterschätzt Curaçao vor WM-Duell mit Deutschland
Maduro: Jeder unterschätzt Curaçao vor WM-Duell

Hedwiges Maduro über Curaçao: „Jeder unterschätzt die Insel“

Der frühere niederländische Nationalspieler Hedwiges Maduro spricht im Interview über Curaçao, das Heimatland seiner Mutter, und den ersten Gruppengegner der DFB-Elf bei der WM. Maduro betont, dass Curaçao nicht mit San Marino vergleichbar sei und durchaus für Überraschungen sorgen könne.

Emotionale Qualifikation

Maduro erinnert sich an die Qualifikation zur WM, die bei seiner Mutter Tränen der Freude auslöste. „Meine Mutter kommt aus Curaçao. Sie hat tatsächlich geweint – vor Glück“, erzählt er. Das entscheidende Spiel gegen Jamaika endete mit einem späten Elfmeterpfiff, der jedoch zurückgenommen wurde. „Zum Glück hat der Schiedsrichter seine Entscheidung revidiert. Die ganze Insel war in Ekstase.“

Bedeutung für die Insel

Für die Menschen auf Curaçao sei die WM-Teilnahme ein enormer Stolz. „Curaçao ist winzig klein. Die Insel ist wie eine große Familie. Jetzt haben sie das Gefühl: Wir können etwas schaffen, wenn wir zusammenhalten“, so Maduro. Curaçao sei endlich im Blickfeld der Welt.

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Maduros Verbindung zu Curaçao

Obwohl Maduro in den Niederlanden geboren wurde, hat er eine enge Beziehung zur Insel seiner Mutter. „Ich bin jedes Jahr mindestens einmal dort. Es fühlt sich wie eine Art Zuhause an.“ Das Leben auf Curaçao beschreibt er als paradiesisch: „Ständig scheint die Sonne, du hast das Meer, den Strand. Alles schmeckt einfach besser.“

Kein Wechsel zu Curaçao

Auf die Frage, ob er je für Curaçao gespielt hätte, antwortet Maduro: „Nicht nur von Curaçao, auch von Aruba wurde ich angefragt. Aber ich hatte schon für die niederländischen U-Mannschaften gespielt und mit 19 für Oranje debütiert. Danach konnte ich den Verband nicht mehr wechseln.“

Duell Curaçao gegen Niederlande

Bei einem möglichen K.o.-Duell zwischen Curaçao und den Niederlanden hätte Maduro keine Präferenz. „Bei dem Duell kann ich nicht verlieren. Aber wenn es um den Einzug ins WM-Finale ginge, wäre ich vermutlich für die Niederlande. In einem Freundschaftsspiel hätte ich meinen Spaß, wenn Curaçao überraschen würde.“

Der Gegner Deutschland

Maduro warnt die deutsche Mannschaft vor einer Unterschätzung. „Die Qualifikation begann schon 2020 unter Guus Hiddink. Ich half damals im Hintergrund, Spieler zu kontaktieren. Viele sagten: Wir warten lieber ab, ob sich noch was mit der holländischen Nationalmannschaft ergibt. Aber seitdem ist das Team immer besser geworden.“

Die Mannschaft sei taktisch diszipliniert, vor allem unter Trainer Dick Advocaat. „Wenn die Spieler überzeugt sind, dass sie erfolgreich sein können, kämpfen sie füreinander. Vor allem, wenn es lange 0:0 steht. In Rückstand können sie aber auch schnell einbrechen.“

Schlüsselspieler von Curaçao

Maduro hebt einige Spieler hervor: „Hinten hast du Armando Obispo von der PSV Eindhoven. Die Brüder Bakuna – Leandro ist der Kapitän, Juninho spielt bei Volendam. Tahith Chong war bei Manchester United, ist sauschnell und technisch gut. Das sind keine Amateure!“

Advocaats Rückkehr

Zur Trainerposition erklärt Maduro: „Advocaat hörte aus privaten Gründen auf, aber politischer Druck von Sponsor und Fernsehen führte zu seiner Rückkehr. Fred Rutten trat zurück. In Curaçao sind solche Dinge möglich, in den Niederlanden undenkbar.“

Advocaat sei trotz seines Alters von bald 79 Jahren der richtige Trainer. „Er ist bekannt für strenge Regeln, aber inzwischen flexibler. So erlaubte er den traditionellen Bus ohne Fenster und mit Schilfdach. Die Familien dürfen im Mannschaftshotel wohnen. Das wirkt leistungsfördernd.“

Wahrnehmung von Advocaat

Maduro sieht einen Wandel: „Früher wurde Advocaat kritisiert, aber jetzt erkennt man seine Erfolge. Die WM-Qualifikation mit Curaçao ist ein Märchen. Die Kultur tut ihm gut – die familiäre Atmosphäre, die Sonne, die Gelassenheit. Eigentlich erwartet niemand etwas. Mit Curaçao kannst du nur gewinnen.“

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