Im zweiten Teil des Exklusiv-Interviews mit BILD spricht Leverkusens neuer Trainer Carles Martínez (42) über besondere Duelle mit seinem Landsmann Luis Enrique (56) und Super-Talent Kennet Eichhorn (16). Der Spanier zeigt sich begeistert von der Verpflichtung des Mittelfeldspielers.
Lob von Luis Enrique
Auf die Frage, wie er das Lob von Paris-Trainer Luis Enrique empfinde, der ihn als „ausgezeichneten Trainer“ bezeichnete, antwortet Martínez: „Ja, das freut mich und macht mich schon stolz. Aber ich glaube, dass es in Wahrheit eigentlich für uns immer deutlich schwerer war als für PSG … (lacht). Ich habe es immer genossen, gegen Luis Enrique zu spielen. Paris ist aktuell vielleicht die beste Mannschaft in Europa. Es ist immer eine besondere Herausforderung, gegen diese Top-Teams zu bestehen. Ich hoffe, dass uns das mit Bayer 04 auch oft gelingen wird.“
Eichhorn – ein besonderes Talent
Seine erste Dienstreise als Bayer-Trainer führte Martínez zu Kennet Eichhorn nach Berlin. „Ich bin sehr glücklich, dass er sich für uns entschieden hat. Simon Rolfes sagte mir zu meiner Vorstellung hier in Leverkusen: ‚Das haben wir jetzt geschafft, du musst bitte direkt mit uns zu Kennet nach Berlin fliegen.‘ Es hat den Spieler sehr gefreut, dass ich bei dem Gespräch dabei war. Natürlich war es für Kennet wichtig, zu wissen, wie ich als Trainer mit ihm plane. Der Klub hatte diesen Transfer hervorragend vorbereitet. Kennet weiß, dass Leverkusen der richtige Ort für seine Entwicklung ist – und das zeigt, wofür Leverkusen steht: Bayer 04 ist ein Klub, der an Talente und junge Spieler glaubt. Und das gefällt mir sehr.“
Kein Vergleich mit Kroos
Die spanische Sportzeitung „Marca“ nannte Eichhorn bereits „Mini-Kroos“. Martínez winkt ab: „Ich mag solche Vergleiche nicht, Toni ist Toni und Kennet ist Kennet. Er weiß, dass er seinen eigenen Weg gehen muss. Und obwohl Kennet noch sehr jung ist, ist er schon eine echte Persönlichkeit. Er hat mir interessante Fragen über das Leben im Profifußball gestellt, um zu begreifen, wie er sich bei uns entwickeln kann. Kennet muss nicht der neue Toni Kroos werden. Wir sind hier, um ihm zu helfen, damit er einer der besten Spieler für Bayer Leverkusen wird.“
Taktische Flexibilität
In Toulouse setzte Martínez meist auf ein 3-4-3-System. In Leverkusen könnte es ein 4-3-3 werden. „In meinem Leben habe ich schon einiges gelernt – bezogen auf die Frage muss man schauen, welche Spieler wir zur Verfügung haben. Wir müssen erkennen, welche die beste Struktur ist, um die höchste Qualität des Teams zu nutzen. Ich habe meine Ideen im Kopf. Ich bin mir noch nicht sicher, ob wir eine Viererkette oder eine Dreierkette spielen werden. Im Fußball musst du bereit sein, in verschiedenen Strukturen zu spielen. Damit sind wir schwerer auszurechnen.“
Privates und Sprachkenntnisse
Martínez und seine Familie suchen noch den passenden Wohnort. „Wir sind gerade dabei herauszufinden, wo es für uns am besten ist. Da hängen auch private Entscheidungen für die gesamte Familie dran.“ Zudem plant er, Deutsch zu lernen: „Als ich nach Frankreich gekommen bin, hielt ich es für unmöglich, dass ich Französisch lernen könnte. Jetzt spreche ich ordentliches Französisch. Ich fühle mich ehrlich gesagt immer etwas unhöflich, wenn ich eine tolle Sprache höre, die ich aber nicht verstehe. Ich werde versuchen, Deutsch zu lernen. Es wird seine Zeit brauchen. Aber ich hoffe, dass ich Ihnen irgendwann auch Fragen auf Deutsch beantworten kann.“



