Wenn die Haut juckt und kein Arzttermin in Sicht ist
Die Wartezeit auf einen Termin beim Hautarzt kann sich über Wochen oder Monate erstrecken. Viele Patienten suchen daher schnelle Hilfe in der Apotheke. Dr. Ina Lucas, Apothekerin aus Berlin, erklärt in ihrer neuen Kolumne „Der gute Rat der Apothekerin“, wie rezeptfreie Arzneimittel und eine gezielte Hautpflege Linderung verschaffen können.
Apotheke als erste Anlaufstelle bei Hautproblemen
„In meiner Apotheke nehme ich meine Patientinnen und Patienten mit allen Sinnen wahr“, sagt Dr. Lucas. Hautprobleme im Gesicht, am Hals oder an den Armen lassen sich leicht erkennen. Diagnosen darf sie zwar nicht stellen, aber mit ihrer Erfahrung kann sie bei der Selbstbehandlung unterstützen. Rezeptfreie Cremes, Salben oder Gele helfen oft innerhalb weniger Tage. Bei dauerhaften oder großflächigen Entzündungen rät sie jedoch zum Arztbesuch.
Die richtige Pflege bei Neurodermitis
Dr. Lucas betont die Bedeutung von Feuchtigkeit und Fett in der Hautpflege. Wirkstoffe wie Harnstoff, Panthenol oder Hyaluronsäure sind essenziell. Bei Neurodermitis empfiehlt sie eine überraschend große Menge an Pflegeprodukten: „Viel hilft viel!“ Bis zu einem Kilogramm Creme pro Monat könne bei schwer betroffenen Erwachsenen notwendig sein, um die gestörte Hautbarriere zu stabilisieren.
Hautpflege im Alter und bei Akne
Ältere Menschen mit trockener Haut sollten statt Seife besser Waschlotionen mit speziellem pH-Wert verwenden. Von Franzbranntwein rät Dr. Lucas ab, da Alkohol die Haut zusätzlich austrocknet. Bei fettiger Haut und Akne empfiehlt sie Präparate mit Benzoylperoxid, die die Hornschicht auflösen und Bakterien hemmen.
Individuelle Beratung als Schlüssel
Dr. Lucas ist Kammerpräsidentin der Apothekerkammer Berlin und Vizepräsidentin der ABDA. Sie betont: „Die Beratung erfordert viel Fingerspitzengefühl und kontinuierliche Betreuung.“ Hautprobleme belasten Patienten stark. In der Apotheke vor Ort könne man sich ein Bild machen und die Grenzen der Selbstmedikation erkennen. Das sei ein entscheidender Vorteil der Apotheken.



