Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada liefert weiterhin reichlich Gesprächsstoff. Von einer kontroversen Szene um Superstar Lionel Messi über den ersten Sieg Österreichs seit 28 Jahren bis hin zu einem KI-Video, das den WM-Titel für die Alpenrepublik prophezeit – die Nachrichtenlage ist vielfältig.
Messi-Dreierpack mit Beigeschmack: Rote Karte übersehen?
Lionel Messi hat beim 3:0-Sieg Argentiniens gegen Algerien erneut Fußballgeschichte geschrieben. Mit seinen Treffern in der 17., 60. und 76. Minute zog der 38-Jährige mit dem WM-Rekord von 16 Toren von Miroslav Klose gleich. Doch die Partie war nicht nur von Messis Gala geprägt, sondern auch von einer umstrittenen Szene in der 31. Minute, als der Argentinier seinem Gegenspieler Aissa Mandi von hinten in die Wade und Achillessehne trat.
Der frühere Bundesliga-Schiedsrichter und TV-Experte Patrick Ittrich zeigte sich bei MagentaTV überzeugt: „Für mich ist das eine Rote Karte. Wir haben diverse Beispiele aus der Bundesliga, wo das mit Rot bestraft wurde.“ Auch ARD-Experte Thomas Hitzlsperger sah mindestens eine Gelbe Karte. Der polnische Referee Szymon Marciniak beließ es jedoch bei einer Ermahnung, und auch der Video-Assistent griff nicht ein. Ittrich erklärte, dass zwei von drei Kriterien für Rot erfüllt gewesen seien: Messi hatte keine Chance, an den Ball zu kommen, und das Trefferbild habe „übel“ ausgesehen. „Das Einzige, was fehlt, ist die Dynamik“, so Ittrich. Bei einem Platzverweis hätte Messi seine beiden weiteren Tore nicht erzielen können.
Österreich startet mit Zittersieg gegen Jordanien
Österreich ist mit einem 3:1 (1:0) gegen Jordanien in die WM gestartet – der erste Sieg bei einer Weltmeisterschaft seit 1990. Die Mannschaft von Teamchef Ralf Rangnick profitierte im San-Francisco-Bay-Area-Stadion von einem Treffer von Romano Schmid (20. Minute), einem Eigentor von Yazan Al-Arab (77.) und einem verwandelten Handelfmeter von Marko Arnautovic in der Nachspielzeit (90.+12). Jordanien war durch Ali Olwan (50.) zum Ausgleich gekommen. Österreichs Torwart Alexander Schlager und die Latte bewahrten das Team vor einem Punktverlust.
KI-Video: Österreich als Weltmeister 2056
Bereits vor dem Spiel sorgte ein KI-generiertes Video der Wiener Firma Sequence Five für Aufsehen. Es zeigt eine fiktive Doku aus dem Jahr 2056, in der Österreich 2026 Weltmeister geworden ist. In dem Clip ist ein gealterter David Alaba zu sehen, der sich an den Triumph erinnert, während Marko Arnautovic als Bundespräsident auftritt und die goldene Statue von Johann Strauß durch ein David-Alaba-Denkmal ersetzt wurde. Ein deutscher Tourist beschwert sich über feiernde Österreicher, die „jeden verdammten Tag 2026“ feiern. Das Video wurde auf YouTube bereits rund 160.000 Mal geklickt.
Tuchel will Hymne erst im Finale singen
Englands deutscher Nationaltrainer Thomas Tuchel bleibt dabei: Er wird die englische Nationalhymne „God save the King“ erst im Falle eines WM-Finales mitsingen. „Noch nicht. Ich glaube, so weit sind wir noch nicht“, sagte Tuchel vor dem Auftaktspiel gegen Kroatien. Er wolle niemanden beleidigen und den Fokus nicht auf dieses Thema lenken. Schon bei seiner Vorstellung hatte er gesagt, sich das Recht, die Hymne mitzusingen, erst verdienen zu müssen.
Weitere Themen der WM-Nacht
Der türkische Staatssender TRT zog einen Kommentator ab, weil er die Spieler des Iran und Neuseelands verwechselt hatte. Südkorea meldete einen möglichen Spionagevorfall, als eine Drohne über dem Training des Teams gesichtet und zum Absturz gebracht wurde. Der Iran erhielt nach einem Einreise-Streit mit den USA die Zusage, dass die Mannschaft am Tag vor den Spielen einreisen und am Abend des Spieltags ausreisen darf. Und die Mutter von Kap Verdes Torwart Vozinha soll nach Intervention des US-Außenministeriums ein Visum erhalten, um ihren Sohn bei der WM unterstützen zu können.



