Winston-Salem – Nach der Regeneration zu Wochenbeginn und einem freien Tag am Dienstag hat Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) das Training der deutschen Nationalmannschaft wieder aufgenommen. Der Fokus liegt nun voll auf dem zweiten Gruppenspiel gegen die starke Elfenbeinküste, die ihr Auftaktspiel gegen Ecuador mit 1:0 gewann. BILD enthüllt, was im nichtöffentlichen Teil des Trainings geschah: Nagelsmann setzt auf geheime Systemwechsel.
Flügel-Bremse: Sané in der Fünferkette
Im nichtöffentlichen Teil wurde, wie bereits in der Vorwoche, intensiv 11 gegen 11 trainiert – mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Ein besonderer Fokus lag auf der Defensive: Die Mannschaft wechselte von der üblichen 4-2-3-1-Formation in ein tiefes 5-4-1-System. Dabei rückte Leroy Sané (30) auf der rechten Seite in die Fünferkette, neben Joshua Kimmich, Jonathan Tah, Nico Schlotterbeck und David Brown auf der linken Seite. Davor formierte sich eine Viererkette im Mittelfeld mit Florian Wirtz, Aleksandar Pavlovic, Felix Nmecha und Jamal Musiala. Kai Havertz blieb als einzige Spitze vorne.
Der Hintergedanke dieser Übung: Da die Elfenbeinküste mit Diomande und Touré extrem schnelle Außenstürmer hat, können die ebenfalls sehr schnellen Sané und Brown in der Fünferkette die Flügel besser abdichten. Abwehr-Star Antonio Rüdiger (33) hatte bereits vor den schnellen Ivorern gewarnt: „Das sind halt schon D-Züge. Sie lieben das Eins gegen Eins. Wir müssen sehr aufmerksam sein.“
Dass Sané auch defensiv eine wichtige Rolle zukommt, um Kimmich zu unterstützen, hatte der Kapitän bereits betont. Er lobte die Leistung seines Ex-Bayern-Mitspielers im Spiel gegen Curaçao ausdrücklich: „Er hat mich nie allein gelassen, ist immer zurückgesprintet. Bei Ballverlust hat er immer versucht, schnell wieder hinter den Ball zu kommen. Natürlich ist es cool, wenn er jedes Spiel drei Tore macht, aber es gibt auch andere Aufgaben, die er zu erfüllen hat.“ Gerade die schnellen Elfenbeinküsten-Stars erfordern besondere Aufmerksamkeit.
Doppel-Spitze: Musiala rückt neben Havertz
Eine weitere geheime Übung am Mittwoch beinhaltete einen leichten Systemwechsel in der Offensive: Jamal Musiala (23) rückte als zweite Spitze neben Kai Havertz. Florian Wirtz und Leroy Sané besetzten die Außenpositionen, während Felix Nmecha und Aleksandar Pavlovic dahinter das Mittelfeld breit machten. Joshua Kimmich kann in der Mitte einrücken. Nagelsmann ist bekannt dafür, dass er auch während des Spiels flexibel die Systeme variiert, und wird oft für sein gutes „Ingame-Coaching“ gelobt. Die Trinkpausen kommen ihm dabei entgegen. Schon gegen Curaçao nutzte er die erste „Cooling Break“ für leichte Anpassungen, als der Gegner eine starke Phase hatte – danach lief es gleich besser.
Reservisten-Ballern: Spezialtraining für die Ersatzspieler
Da bei den 11-gegen-11-Übungen immer drei Feldspieler übrig waren, absolvierten diese ein Spezialtraining auf dem Nebenplatz. Zunächst waren dort Maximilian Beier, Nick Woltemade und Nadiem Amiri, später das Trio Deniz Undav, Jamie Leweling und Armel Ouedraogo, die Offensiv-Pässe und Torabschlüsse trainierten. Nagelsmann überlässt nichts dem Zufall. Hoffentlich passt seine geheime Systemwechsel-Taktik wieder perfekt für die Elfenbeinküste – denn mit einem Sieg wäre Deutschland bereits sicher in der K.o.-Runde.



