Bundestrainer Julian Nagelsmann plant offenbar eine überraschende Torwart-Entscheidung für die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft. Laut übereinstimmenden Medienberichten wird Manuel Neuer vom FC Bayern München die Nummer eins im Tor der deutschen Nationalmannschaft sein. Bislang galt Oliver Baumann von der TSG 1899 Hoffenheim als gesetzt für das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada.
Nagelsmann habe Baumann über die Entscheidung bereits informiert, berichteten die Süddeutsche Zeitung, Sky und die Bild. Neuer hatte nach der vergangenen WM seinen Rückzug aus dem DFB-Kader verkündet und war seither nicht mehr nominiert worden. Seine herausragenden Leistungen, vor allem in der Champions League, hatten in den vergangenen Tagen jedoch eine intensive Diskussion über eine Rückkehr ausgelöst.
Der DFB-Coach erwägt zudem, mit vier statt der üblichen drei Torhütern zur WM zu reisen. Neben Neuer und Baumann dürften voraussichtlich Alexander Nübel (VfB Stuttgart) und Jonas Urbig (Bayern München) zum Aufgebot gehören. Dies würde bedeuten, dass Nagelsmann einen Feldspieler weniger nominieren kann.
Allerdings leidet der 40-jährige Neuer zunehmend an Verletzungen. Eine Blessur an der linken Wade stellt sein Mitwirken im DFB-Pokalfinale am kommenden Samstag infrage. Nagelsmann wird den WM-Kader am Donnerstag, zwei Tage vor dem Endspiel, offiziell bekanntgeben.
Die Terminwahl stößt auf Kritik ehemaliger Nationalspieler. Lothar Matthäus sagte der Sport Bild: „Wir haben zwei Tage später ein Pokalendspiel, da spielt Stuttgart gegen Bayern. Wie kann ich diese Kadernominierung zwei Tage davor machen, wo ich ganz sicher zwei, drei Spielern wehtun muss, die sich Hoffnungen auf diese Weltmeisterschaft machen?“
Die WM findet vom 11. Juni bis 19. Juli statt. Deutschland trifft in der Vorrunde der Gruppe E auf Curaçao, die Elfenbeinküste und Ecuador.



