Der englische Fußball will mit einer kreativen Regel gegen sogenannte taktische Auszeiten vorgehen, bei denen Torhüter nur zum Schein behandelt werden. Betritt medizinisches Personal zur Behandlung eines Schlussmanns den Platz, hat der Trainer künftig nur zehn Sekunden Zeit, einen Spieler zu benennen. Dieser muss das Feld für eine Minute verlassen. Das berichtet die BBC unter Berufung auf eine Einigung der ersten fünf Männer-Ligen sowie der Women's Super League.
IFAB muss noch zustimmen
Die Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) müssen den Vorschlag noch bestätigen. Stimmt das Gremium zu, könnte die neue Regel bereits am kommenden Wochenende im englischen Carabao Cup Premiere feiern. Viele Trainer hatten in der Vergangenheit Behandlungspausen von Torhütern genutzt, um mit den Feldspielern eine Teambesprechung abzuhalten. Laut dem Bericht soll das auch künftig nicht verboten sein. Die Hoffnung bestehe aber, dass die Aussicht, eine Minute lang in Unterzahl zu agieren, als Abschreckung dient – auch weil Schlüsselspieler betroffen sein könnten.
Automatischer Abgang des Kapitäns
Sofern der Teammanager nicht innerhalb von zehn Sekunden einen Feldspieler bestimme, müsse automatisch der Kapitän vom Feld. Ein besonders dreistes Beispiel des bisherigen taktischen Kniffs hatte im vergangenen November Manchester City geliefert: Torhüter Gianluigi Donnarumma ließ sich im Ligaspiel gegen Leeds United bei einem 0:2-Rückstand behandeln. Teammanager Pep Guardiola nutzte die Zeit für eine Besprechung, City gewann noch 3:2. „Jeder weiß, warum er zu Boden gegangen ist“, hatte der deutsche Teammanager Daniel Farke von Leeds hinterher der BBC gesagt und gefordert: „Es ist die Aufgabe der Verantwortlichen, eine Lösung zu finden.“ Mit der neuen Regel könnte diese Lösung nun gefunden sein.



