Die Deutsche Fußball Liga (DFL) führt zur Saison 2026/27 einen neuen U21-Wettbewerb ein: die Bundesliga Talent Series. Daran nehmen 26 Clubs aus der Bundesliga und 2. Bundesliga teil. Das Ziel ist es, Spielern im Übergang zwischen Nachwuchs- und Profifußball zusätzliche Spielpraxis auf hohem Niveau zu ermöglichen. Die DFL bezeichnet das Projekt als „freiwilliges Zusatzangebot mit hoher Flexibilität für die Clubs“.
Hintergrund: Problem des Übergangs
Viele Talente schaffen nicht auf Anhieb den Sprung aus der U19 in den Profikader. Der frühere Weltmeister Sami Khedira, Mitglied einer DFL-Expertengruppe, sagte: „Es gibt im internationalen Spitzenfußball etliche Beispiele für Akteure, deren entscheidender Entwicklungsschub spät stattgefunden hat und die nicht den direkten Sprung aus der U19 ins Profiteam geschafft haben. Diesen Karrieretypen wird durch die Einführung des Wettbewerbs eine größere Chance geboten.“
Modus und Teilnehmer
Gespielt wird in zwei Halbserien in einem Schweizer Ligaformat, ähnlich dem neuen Champions-League-Modus. Die erste Halbserie läuft von September bis Dezember, die zweite von Februar bis April. Die beiden jeweils bestplatzierten Teams jeder Halbserie qualifizieren sich für ein Finalturnier, das im Gegensatz zu den Ligaspielen vor Zuschauern ausgetragen wird.
Aus der Bundesliga nehmen teil: FC Bayern München, Union Berlin, Werder Bremen, Borussia Dortmund, SV Elversberg, Eintracht Frankfurt, Hamburger SV, RB Leipzig, Borussia Mönchengladbach, SC Paderborn und FC Schalke 04. Aus der 2. Bundesliga sind dabei: Hertha BSC, Arminia Bielefeld, VfL Bochum, Eintracht Braunschweig, Energie Cottbus, Darmstadt 98, Dynamo Dresden, SpVgg Greuther Fürth, Hannover 96, 1. FC Heidenheim, Holstein Kiel, 1. FC Magdeburg, 1. FC Nürnberg, FC St. Pauli und VfL Wolfsburg.
Chance auch für ältere Spieler
Pro Team können zusätzlich bis zu vier ältere Spieler eingesetzt werden, etwa nach Verletzungspausen, um Wettkampfpraxis zu sammeln. DFL-Geschäftsführer Marc Lenz sprach von „vielen positiven Rückmeldungen der Clubs“ und wertet den neuen Wettbewerb als „ein deutliches Signal der Bundesligen pro Nachwuchsförderung“.
Sportvorstand Markus Krösche von Eintracht Frankfurt sieht eine Chance, „um Spielern unbürokratisch und schnell mehr Praxis auf höchstmöglichem Niveau zu verschaffen“. Die Serie sei „ein erster Baustein, um den Leistungsträgern von morgen diese Möglichkeit zu bieten“.
Joti Chatzialexiou, Sportvorstand des 1. FC Nürnberg, sagte: „Die großen Gewinner des zusätzlichen U21-Wettbewerbs sind jene Spieler, die zwar das Rüstzeug haben, um die Bundesliga und die 2. Bundesliga in Zukunft prägen zu können – aber unter einem Mangel an Spielzeit leiden.“



