Neuer: WM-Fokus, kein DFB-Rücktrittsdenken
Neuer: WM-Fokus, kein DFB-Rücktrittsdenken

Manuel Neuer möchte sich während der Weltmeisterschaft in Amerika nicht mit einem endgültigen Abschied von der deutschen Fußball-Nationalmannschaft befassen. Der 40-jährige Rekordtorwart stellte bei einer Pressekonferenz in Winston-Salem klar, dass er nicht plane, über die WM hinaus für das DFB-Team zu spielen. „Ich habe jetzt nicht vor, irgendwie in zwei Jahren dann wieder bei einer Europameisterschaft zwischen den Pfosten zu stehen“, sagte Neuer. Allerdings relativierte er diese Aussage sogleich: Er wolle sich jetzt nicht damit auseinandersetzen, dass seine „letzten Spiele für Deutschland“ anstünden. „Ich möchte mich dahingehend auch mit nichts mehr in diese Richtung beschäftigen, weil ich nach vorn schaue und mich auf alle Spiele freue und nicht an irgendeinen Abschied von einem besonderen Trikot denke“, erklärte Neuer. Dieses Vorgehen erinnere an seine Haltung während der Heim-EM 2024, nach der er zunächst seinen Rücktritt erklärt hatte, diesen aber später zurücknahm.

Kein konkreter Zeitplan für Comeback-Entscheidung

Einen genauen Zeitpunkt für seine Entscheidung, zur WM zurückzukehren, nannte Neuer nicht. Er berichtete von Gesprächen mit Bundestrainer Julian Nagelsmann im „Februar, März“, in denen es um seine Trainingsintensität angesichts jüngster Verletzungen ging. Ein wesentlicher Beweggrund für seine Rückkehr und die fünfte WM-Teilnahme sei die Aussicht auf den Titelgewinn gewesen. „Ich traue es der Mannschaft auf jeden Fall zu. Sonst wäre ich nicht hier! Ich glaube, dass es für mich ein absolutes Geschenk ist, nochmal dabei zu sein. Und für mich wäre es natürlich etwas ganz Besonderes, das ein zweites Mal zu schaffen“, betonte der Bayern-Torwart.

WM-Rekordtorwart beim nächsten Spiel

Neuer ist der letzte verbliebene Weltmeister von 2014 im aktuellen DFB-Kader. Kein deutscher Fußballer konnte bisher zweimal als Spieler Weltmeister werden. Mit seinem 21. WM-Einsatz am Samstag (22.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) in Toronto gegen die Elfenbeinküste wird Neuer zum alleinigen WM-Rekordtorwart. Seine Mitspieler lobten zuletzt immer wieder die besondere „Aura“ des Team-Oldies. Auf diese Bezeichnung angesprochen, reagierte Neuer spontan mit einer Gegenfrage: „Das müssen Sie ja sagen. Ich bin ja gerade in den Raum gekommen.“ Dafür erntete er Lacher im Hörsaal der Wake Forest University. Neuer weiß jedoch genau, was seine Teamkollegen meinen. „Aura hat für mich was zu tun mit dem Erscheinungsbild“, erklärte er. Er wolle den Mitspielern ein „gutes Gefühl“ geben und jemand sein, „auf den man sich verlassen kann“. „Das versuche ich mit einer positiven Energie immer weiterzugeben. Und das kann eventuell damit gemeint sein“, so Neuer.

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