Vor dem Anstoß des WM-Spiels zwischen Iran und Neuseeland in Inglewood (Los Angeles) waren laute Pfiffe während des Abspielens der iranischen Nationalhymne zu hören. Die iranische Mannschaft stand geschlossen im Mittelkreis, die Spieler hielten sich jeweils die Hand auf die Brust. Das Spiel war aufgrund des Iran-Kriegs politisch stark aufgeladen.
Proteste vor dem Stadion
Bereits vor dem Stadion gab es Protestbekundungen. Auf einem Schild war zu lesen: „Die Fußballmannschaft der terroristischen Islamischen Republik vertritt nicht die Menschen im Iran.“ Viele Menschen schwenkten alte iranische Flaggen aus der Zeit vor der Islamischen Revolution – auch im Stadion. Die Stimmung blieb jedoch friedlich, wie ein dpa-Reporter berichtete.
Iranische WM-Teilnahme als Politikum
Die WM-Teilnahme des Iran war lange fraglich. Die monatelangen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und Israel auf der einen sowie dem Iran auf der anderen Seite hatten die Teilnahme zum Politikum gemacht. Die Einigung auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Kriegs, das an diesem Freitag unterzeichnet werden sollte, nährte Hoffnung auf Entspannung.
Ein Fan sagte vor dem Stadion: „Ich freue mich, hier die Menschen im Iran zu unterstützen, ich unterstütze nicht das Regime.“ In der Arena wurden viele iranische Fans erwartet, die in den USA oder anderen Ländern leben. Eine direkte Einreise aus dem Iran in die USA war praktisch nicht möglich.



