Am Donnerstagabend beginnt in der Frankfurter Eissporthalle der World Cup of Darts, die inoffizielle Team-Weltmeisterschaft. Das deutsche Duo Martin Schindler und Ricardo Pietreczko trifft im Auftaktspiel auf die Philippinen, die als Geheimfavoriten gelten. Deutschlands Darts-Pionier Max Hopp betont die Bedeutung des Spiels: „Das Auftaktspiel gegen die Asiaten ist ein sehr entscheidendes. Wenn sie den Sieg holen sollten, hätten sie die Pole-Position im Rennen um das Weiterkommen.“
Besonders Pietreczko steht unter Druck, da er in den letzten Wochen mit schwachen Leistungen und Dartitis zu kämpfen hatte. Dartitis ist eine Erkrankung, die das Loslassen des Pfeils im richtigen Moment erschwert. Hopp warnt vor dem langsamen Spielstil der Philippiner, insbesondere von Spieler Toylo: „Und gerade dieser Toylo hat einen extrem langsamen Rhythmus, da weiß ich halt nicht, wie Ricardo darauf reagiert, da wir ja alle wissen, dass er mit Dartitis zu kämpfen hat.“
Trotz der Probleme nimmt Pietreczko nahezu jedes Turnier mit, um Spielpraxis zu sammeln. Hopp lobt diesen Mut: „Es ist immenser Druck, weil auf der Tour nehme ich ihn so wahr, dass er sich trotzdem positiv der Herausforderung stellt. Also er will ja spielen, er will es nicht vermeiden, was eigentlich auch ganz sinnvoll ist.“
Zuletzt zeigte Pietreczko eine Aufwärtstendenz, etwa mit einem Sieg gegen Top-16-Spieler Danny Noppert auf der European Tour. Trotz Forderungen von Kritikern, er solle Niko Springer den Vortritt lassen, blieb er bei seiner Entscheidung, am Turnier teilzunehmen. Hopp sagt: „Ich finde es sehr mutig, muss ich sagen, weil natürlich auch die Gefahr für ihn da ist, jetzt vor Kameras, vor Live-Publikum in der Heimat.“
Die Heimkulisse könne sowohl pushen als auch hemmen. Hopp abschließend: „Wir dürfen den Faktor Heimpublikum nicht vergessen. Das kann stark motivieren, stark pushen, im Fall von Ricardo aber auch nochmal stark unter Druck setzen. Da muss man einfach direkt hingucken, wie er das händelt.“



