WM 2026: Rüdiger ersetzt verletzten Schlotterbeck als Abwehrchef
Rüdiger rückt nach Schlotterbeck-Aus in die Startelf

Nach dem bitteren WM-Aus von Nico Schlotterbeck wird Antonio Rüdiger beim letzten Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Ecuador am Donnerstag (22.00 Uhr/ARD und MagentaTV) in der Startelf stehen. Der Verteidiger von Real Madrid, der zum Turnierstart nur die Nummer drei unter den Innenverteidigern hinter Jonathan Tah und Schlotterbeck war, rückt plötzlich wieder in den Fokus. „Ich muss für alle Szenarien bereit sein“, sagte Rüdiger bereits nach dem 2:1-Sieg gegen die Elfenbeinküste, wo er Schlotterbeck in der zweiten Hälfte ersetzt hatte.

Schlotterbeck-Verletzung zwingt zu Umstellung

Der 25-jährige Schlotterbeck hatte sich im Spiel gegen die Elfenbeinküste eine Fußverletzung zugezogen, die ein weiteres Turnier für ihn unmöglich macht. Bundestrainer Julian Nagelsmann bedauert den Ausfall des Linksfüßers, lobte aber Rüdigers Einsatz: „Antonio, finde ich, hat es gut gemacht, sehr konzentriert. Es war nicht leicht, wenn du so ins Spiel reinkommst. Es so gut zu machen, finde ich super, wenn du diesen krassen Spielrhythmus aus den letzten zwei, drei Wochen nicht hast.“

Rüdigers neue Rolle als Abwehrchef

Der 33-jährige Rüdiger, der jahrelang als Stammspieler gesetzt war, hatte seine Reservistenrolle klaglos hingenommen. „Es sei den Jungs gegönnt“, sagte er über Tah und Schlotterbeck. Über Tah äußerte er sogar: „Er ist der neue Chef.“ Tah zeigte sich beeindruckt: „Es ist immer schön, lobende Worte zu bekommen. Aber bei Toni ist es schon etwas Besonderes, wenn man sich anguckt, was er für Deutschland erreicht hat als Real-Madrid-Spieler. Er ist wirklich ein großer Spieler, der viel erreicht hat in seiner Karriere.“ Nun bilden Tah und Rüdiger das neue Defensiv-Bollwerk.

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Rüdiger polarisiert – doch im Team geschätzt

Rüdiger weiß, dass er polarisiert. „Ich weiß, ehrlich gesagt, nicht, warum das so ist“, sagte er. In der Social-Media-Welt sei er „der Buhmann“. Er nehme das hin: „Das ist für mich okay.“ Er bleibe lieber „in der realen Welt“ und beschäftige sich nur mit „seriöser Kritik“. Innerhalb der Mannschaft ist Rüdiger anerkannt. Joshua Kimmich hielt ein Plädoyer für ihn: „Ich habe manchmal das Gefühl, wir in Deutschland vergessen, was der Toni die letzten drei, vier Jahre abgeliefert hat.“ Mit dem FC Chelsea (2021) und Real Madrid (2024) gewann Rüdiger die Champions League. „Davon haben wir nicht viele Spieler, wenn wir mal ganz ehrlich sind, bei uns im Kader“, so Kimmich.

Letztes WM-Turnier für Rüdiger

Für den ältesten Feldspieler im deutschen Kader ist es ziemlich sicher das letzte WM-Turnier. Bei der nächsten Endrunde 2030 ist er 37. 2017 zählte der 84-malige Nationalspieler zum Siegerteam beim Confed Cup. Die großen Turniere danach verliefen frustrierend: zweimal Vorrunden-Aus bei WM 2018 und 2022, Achtelfinal-Aus bei EM 2021, Viertelfinal-K.o. bei Heim-EM 2024. Nun ist der Einstieg geglückt: „So ins Turnier zu starten, ist sehr gut. Wir wissen, was passiert ist in der Vergangenheit“, sagte Rüdiger.

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