Eine Million Euro auf dem Konto – ohne Lottogewinn, ohne Erbschaft. Was viele für unerreichbar halten, ist mit einer durchdachten Börsenstrategie durchaus realistisch. Börsenprofi André Doerk erklärt, wie ein Depot in Millionenhöhe entstehen kann, und zeigt mit konkreten Rechenbeispielen, wie unterschiedlich der Weg zur Million je nach Einstiegsalter aussieht.
Der Schlüssel: Früh beginnen und diszipliniert sparen
Der größte Hebel für den Vermögensaufbau ist die Zeit. Wer früh mit dem Sparen beginnt, profitiert vom Zinseszinseffekt. Doerk rechnet vor: Wer mit 25 Jahren monatlich 200 Euro in einen breit gestreuten Aktien-ETF investiert und eine durchschnittliche Rendite von sieben Prozent pro Jahr erzielt, erreicht die Million bereits mit 60 Jahren. Der Gesamteinsatz beträgt dabei nur 84.000 Euro – der Rest ist Zinseszins.
Startet man dagegen erst mit 40 Jahren, sind monatliche Sparraten von rund 700 Euro nötig, um das gleiche Ziel zu erreichen. Der Gesamteinsatz steigt auf 168.000 Euro. „Je später man beginnt, desto mehr Eigenkapital muss man einsetzen, um den fehlenden Zinseszins auszugleichen“, erklärt Doerk.
Typische Fehler vermeiden: Klumpenrisiken und Steuerfallen
Viele Anleger machen laut Doerk vermeidbare Fehler. Ein häufiges Problem sei das sogenannte Klumpenrisiko: Wer sein gesamtes Vermögen in nur wenige Aktien oder einen Sektor investiert, geht ein unnötig hohes Risiko ein. „Eine breite Streuung über verschiedene Branchen und Regionen ist essenziell, um Verluste abzufedern“, so der Experte.
Auch bei den Steuern gibt es Fallstricke. Doerk empfiehlt, den Freibetrag von derzeit 1.000 Euro pro Jahr (Sparerpauschbetrag) voll auszuschöpfen und Verlustverrechnungstöpfe zu nutzen. „Viele Anleger verschenken Steuervorteile, weil sie ihre Trades nicht optimal timen oder den Freibetrag nicht nutzen.“
Realistische Renditeerwartungen und Disziplin
Eine jährliche Rendite von sieben Prozent ist kein unrealistischer Wert – sie entspricht in etwa der historischen Durchschnittsrendite globaler Aktienmärkte. Allerdings warnt Doerk vor übertriebenen Erwartungen: „Wer jedes Jahr 15 Prozent erwartet, wird meist enttäuscht und neigt zu riskanten Spekulationen.“
Disziplin sei der entscheidende Faktor. Auch in Krisen sollten Anleger an ihrer Strategie festhalten und regelmäßig weiter investieren. „Wer in Phasen fallender Kurse verkauft, realisiert Verluste und verpasst die Erholung.“
Fazit: Mit Strategie zur Million
Der Weg zur Börsenmillion ist kein Glücksspiel, sondern erfordert einen langen Atem und eine kluge Strategie. Mit einem frühen Start, regelmäßigen Sparraten und breiter Streuung können auch Normalverdiener ihr Vermögen aufbauen. André Doerks Tipps helfen dabei, typische Fehler zu vermeiden und steuerliche Vorteile zu nutzen. Wer fundiert startet, hat gute Chancen, sein Ziel zu erreichen – mit weniger Einsatz, als viele denken.



