Sammer: Deutsches Fußball braucht besser ausgebildete Sportdirektoren
Sammer fordert bessere Sportdirektoren im deutschen Fußball

Beim Internationalen Trainer-Kongress in Mainz hat Europameister Matthias Sammer deutliche Kritik an den Strukturen im deutschen Fußball geübt. Gemeinsam mit Sebastian Hoeneß, Marie-Louise Eta und Florian Kohfeldt diskutierte der BVB-Berater und DFB-Legende unter anderem über das frühe WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft. Sammer sieht die Ursachen an vielen Stellen – besonders bei den Sportdirektoren der Vereine.

Sammer: „Wir haben ein Sportdirektoren-Problem“

„Ich glaube, dass wir in Deutschland ein Sportdirektoren-Problem haben“, sagte Sammer. „Wir überlassen viel zu viel den Trainern. Die müssen sich um 25 Spieler und 50 Mitarbeiter kümmern. Es braucht jemanden daneben, der nicht nur mit den Beratern spricht, sondern der auch den ganzen Prozess mitbegleitet und versteht, was ein Trainer braucht.“ Der 58-Jährige fordert eine systematische Ausbildung für diese Position: „Das können mir alle Sportdirektoren gerne übelnehmen. Wir bilden Trainer aus, aber keine Sportdirektoren. Das muss unbedingt passieren.“ Bereits vor Jahren war in der DFL die Idee eines „Führerscheins“ für Sportdirektoren diskutiert worden, um den Klubs zu helfen, die TV-Einnahmen besser für sportlichen Erfolg zu nutzen.

Kritik an der Förderung junger Talente

Neben den Sportdirektoren nimmt Sammer auch den Umgang mit jungen Spielern ins Visier. „Wenn wir auf die jungen Spieler schimpfen, dann haben die Alten versagt, weil wir sie nicht richtig geführt haben“, erklärte er. „Wir müssen auch unangenehme Dinge ansprechen. Und wenn dann jemand zwei Tage beleidigt ist, dann ist das halt so.“ Der Europameister von 1996 sieht in der fehlenden Führung ein zentrales Problem der deutschen Fußballentwicklung.

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Hoffnung auf die neue DFB-Führung

Trotz aller Kritik blickt Sammer optimistisch auf die Zukunft unter Bundestrainer Jürgen Klopp. „Der DFB muss jetzt die Führungsrolle übernehmen. Ich bin sehr erfreut über die Einstellung von Jürgen Klopp und Per Mertesacker. Strukturell sind wir gut aufgestellt“, sagte er. Allerdings fordert er eine klare Prioritätensetzung: „Die A-Note, die Ergebnisse, müssen wieder wichtiger werden als die B-Note, die Schönheit. Wir dürfen keine Generations-Diskussion führen. Wenn die A-Note stimmt, können wir uns um die B-Note kümmern.“ Sammer appelliert an den Mut, unbequeme Wahrheiten auszusprechen und klare Entscheidungen zu treffen – eine Botschaft, die nach dem WM-Aus der deutschen Mannschaft besonders deutlich klingt.

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