Uruguay, der erste Fußball-Weltmeister der Geschichte, ist nach einem desolaten Auftritt bei der WM in Katar ausgeschieden. Die Südamerikaner verloren das entscheidende letzte Gruppenspiel gegen Spanien mit 0:1 (0:1) und beenden das Turnier als Gruppenletzter. Der Europameister und WM-Mitfavorit Spanien sicherte sich mit sieben Punkten souverän den ersten Tabellenplatz.
Muslera-Patzer besiegelt Uruguays Schicksal
Das entscheidende Tor fiel in der 42. Minute, als Uruguays Routinier Fernando Muslera einen haltbaren Flachschuss von Álex Banea durch die Beine ließ. Für den 40-jährigen Keeper war es der 137. Länderspieleinsatz, aber einer seiner schwächsten. Bereits in den vorherigen Partien gegen Saudi-Arabien (1:1) und Kap Verde (2:2) hatte Muslera keine glückliche Figur abgegeben. Trainer Marcelo Bielsa wechselte ihn in der Halbzeit aus – Sergio Rochet kam für ihn ins Tor.
Zerrüttete Stimmung im Team
Die Atmosphäre im uruguayischen Lager war bereits vor dem Spiel stark belastet. Berichten aus Uruguay zufolge war es zwischen Teilen der Mannschaft und Trainer Marcelo Bielsa zu einem heftigen Konflikt gekommen. Besonders deutlich wurde dies, als Bielsa Kapitän Federico Valverde auswechselte. Valverde, Star von Real Madrid, gönnte dem Coach keinen Blick und zog sich auf der Ersatzbank das Trikot vor den Mund, um mit seinen Teamkollegen zu sprechen. Auch Legende Luis Suárez, der nicht für die WM nominiert wurde, hatte sich zuvor mit Bielsa angelegt.
Spanien kontrolliert, aber nicht zwingend
Vor den Augen von König Felipe VI. auf der Ehrentribüne kontrollierte Spanien zwar meist den Ball, agierte aber nicht zwingend. Die Angriffe über Superstar Lamine Yamal auf der rechten Seite waren zu ungenau. Uruguays tiefe Verteidigung, von Bielsa taktisch gut eingestellt, hatte damit keine großen Probleme. Körperlich gingen die Südamerikaner gewohnt robust zur Sache. Ein Sieg hätte Uruguay als Gruppenzweiten ins Achtelfinale gebracht – dort hätte jedoch ein Duell mit dem Nachbarn und Weltmeister Argentinien gewartet.
Núñez zeigt sich, aber Uruguay bleibt harmlos
Darwin Núñez, der in der saudischen Liga wenig Spielpraxis hatte und zuvor wie ein Fremdkörper wirkte, konnte sich mehrfach in Szene setzen. Ein Distanzschuss von Rodrigo Betancur (36.) ging jedoch über das Tor. In der Nachspielzeit sah Uruguays Agustín Canobbio die Rote Karte (90.+4). Spaniens Sieg war am Ende verdient, auch wenn die Mannschaft von Luis de la Fuente nicht an ihre Bestleistung herankam.
Bielsa vor dem Aus – Aufarbeitung beginnt
Für Trainer Marcelo Bielsa, der erst vor einem Jahr das Amt übernommen hatte, dürfte das Turnier das Ende seiner Amtszeit bedeuten. Die Mannschaft zeigte über die gesamte WM eine enttäuschende Leistung: kein Sieg, nur zwei Unentschieden und eine klare Niederlage. Der Mitgastgeber der WM 2030, die auch an die erste WM 1930 in Uruguay erinnern soll, muss nun die Aufarbeitung des Desasters beginnen. Die interne Zerstrittenheit und die sportliche Talfahrt werfen einen Schatten auf die Zukunft des einstigen Weltmeisters.



