Der vermutlich heißeste Juni-Tag steht bevor: Zum Start des Siebenschläfers steuert Deutschland auf Temperaturen zwischen 36 und 41 Grad zu. Die alte Bauernregel besagt: So wie das Wetter am Siebenschläfertag ist, bleibt es die nächsten sieben Wochen. Doch droht uns nun eine anhaltende Hitzewelle?
Neuer Juni-Hitzerekord möglich
Bereits am Freitag wurden in Saarbrücken exakt 41,3 Grad gemessen – ein neuer Juni-Hitzerekord. Am heutigen Samstag könnte dieser Rekord erneut geknackt werden. Selbst im Norden sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) 38 Grad voraus. Im Osten und Westen sind 39 bis 40 Grad zu erwarten, im Süden um die 39 Grad. Im Südwesten könnte es sogar 41 Grad heiß werden. Am „kühlsten“ bleibt es an der Nordsee mit „nur“ 36 Grad.
Experten zur Siebenschläferregel
Klimatologe Dr. Karsten Brandt erklärte gegenüber BILD: „Im Moment erleben wir den heißesten Siebenschläfer-Zeitraum seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Doch ein wochenlanger 40-Grad-Glutofen steht uns zum Glück nicht bevor!“ Diplom-Meteorologe Dominik Jung präzisierte: „Die Siebenschläferregel bezieht sich nicht auf einen einzelnen Tag und schon gar nicht auf eine konkrete Temperatur. Gemeint ist ein Zeitraum – meteorologisch das Fenster von etwa Ende Juni bis 10. Juli – und entscheidend ist die Großwetterlage, die sich darin durchsetzt.“
Wetterumschwung am Wochenstart
Schon am Samstagabend kann es vereinzelt zu ersten Gewittern kommen, die im Laufe des Sonntags zunehmen. Ein Tiefdruckausläufer von Westen bringt dann am Montag eine spürbare Abkühlung mit Temperaturen um 22 bis 25 Grad. Ein Wetterumschwung zum Wochenstart ist laut den Experten jedoch noch keine Widerlegung der Siebenschläferregel. Jung betonte: „Die Abkühlung ist Teil des Siebenschläfer-Zeitraums und muss im Gesamtbild bewertet werden. Ein vorsichtiger Ausblick auf die nächsten Wochen zeigt, dass das Hoch sich nicht vollständig auflöst, sondern den heranrückenden Tiefs standhält. Es zeichnet sich eine Art Patt zwischen Hoch und Tief ab, kein nachhaltiger Umschwung zu kühl-nassem Sommerwetter.“
Nächste Hitzewelle in Sicht
Dr. Brandt bestätigte: „Es gibt bereits Signale, dass schon in der zweiten Juli-Woche wieder deutlich wärmere Luftmassen zu uns nach Deutschland strömen könnten. Ein kompletter Absturz in den Frühherbst droht uns also nicht.“ Die aktuelle Hitzewelle erreicht damit ihren Höhepunkt, doch eine langfristige Hitzewelle bleibt nach Expertenmeinung aus.



