Spanien hat sich zum zweiten Mal nach 2010 den Fußball-Weltmeistertitel gesichert. Die Iberer besiegten Titelverteidiger Argentinien im Finale von East Rutherford mit 1:0 nach Verlängerung. Superstar Lionel Messi, der seine Mannschaft zuvor durch das Turnier geführt hatte, blieb im Endspiel blass und vergoss nach der Niederlage bittere Tränen auf dem Rasen. Für Argentinien platzte der Traum von der erfolgreichen Titelverteidigung.
Torres entscheidet das Finale in der Verlängerung
Das entscheidende Tor erzielte Joker Ferran Torres in der 106. Minute. Der eingewechselte Angreifer nutzte eine Unachtsamkeit in der argentinischen Abwehr und schob den Ball zum umjubelten 1:0 ins Netz. Zuvor hatten beide Mannschaften über 120 Minuten hart gekämpft, wobei Spanien spielerisch überlegen war und die klareren Torchancen besaß. Argentinien blieb offensiv harmlos und fand kaum Mittel gegen die gut organisierte spanische Defensive.
Trainer Luis de la Fuente wurde mit 65 Jahren zum ältesten Coach, der je eine WM gewann. Er führte das Team nach dem EM-Triumph vor zwei Jahren nun auch zum WM-Pokal. Argentinien musste in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit einen weiteren Rückschlag hinnehmen: Mittelfeldspieler Enzo Fernández sah nach einem Foul die Gelb-Rote Karte von Schiedsrichter Slavko Vincic. Er war zuvor wegen Reklamierens verwarnt worden.
Pfeifkonzert für Trump und Infantino
Vor der Siegerehrung kam es zu einer ungewöhnlichen Szene: US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino wurden von großen Teilen der Zuschauer im Stadion lautstark ausgepfiffen. Als die beiden das Feld betraten, brandete ein Pfeifkonzert auf. Dennoch überreichten sie gemeinsam den goldenen WM-Pokal an Spaniens Kapitän Rodri. Trump unterhielt sich anschließend mit mehreren spanischen Spielern und posierte am Rand des Siegerfotos. Zusammen mit Infantino verteilte er die Medaillen an beide Teams. Es war das erste WM-Spiel, das Trump persönlich im Stadion verfolgte.
Rodri mit Goldenem Ball ausgezeichnet
Spaniens Kapitän Rodri wurde nach dem Finale zum besten Spieler des Turniers gekürt und erhielt den Goldenen Ball. Der 30-Jährige von Manchester City war über das gesamte Turnier hinweg der ruhende Pol im spanischen Mittelfeld. Den Silbernen Ball bekam Lionel Messi, der Bronzene Ball ging an Frankreichs Stürmerstar Kylian Mbappé. Mbappé sicherte sich zudem den Goldenen Schuh für den besten Torschützen: Mit zehn Treffern, darunter zwei im Spiel um Platz drei gegen England (4:6), setzte er sich gegen Messi durch, der acht Tore erzielte.
Als bester Torhüter der WM wurde Spanier Unai Simón ausgezeichnet. Den Preis für den besten jungen Spieler erhielt der 19-jährige Pau Cubarsí vom FC Barcelona, der eine herausragende Turnierleistung zeigte.
Argentiniens Trainer bricht Pressekonferenz ab
Argentiniens Trainer Lionel Scaloni war nach der Niederlage tief getroffen. In der Pressekonferenz brach er unter Tränen ab. „Es ist sehr schmerzhaft, es tut mir sehr leid“, sagte der 48-Jährige, bevor er die Bühne verließ. Zuvor hatte er bereits Einblicke in seine emotionale Verfassung gegeben: „Ich habe mir schon in der Kabine die Augen ausgeweint, deswegen weine ich jetzt nicht.“ Dennoch kamen die Tränen, und argentinische Journalisten spendeten aufmunternden Applaus. Scaloni hatte Argentinien 2022 zum WM-Titel geführt und stand nun mit seinem Team kurz vor dem erneuten Triumph, der jedoch ausblieb.



