Neue Entwicklungen in der Spionage-Affäre um die Aufstiegs-Playoffs
In der Spionage-Affäre rund um die Aufstiegs-Playoffs in die Premier League meldet sich jetzt die English Football League zu Wort. Die Erklärung lässt viel Raum für Interpretationen. Der FC Southampton wird der Spionage verdächtigt.
Die Spionage-Affäre im englischen Aufstiegskampf steuert auf ihren vorläufigen Höhepunkt zu und könnte für den FC Southampton tatsächlich schwerwiegende Folgen haben. Wie die English Football League (EFL) am Donnerstag mitteilte, soll die entscheidende Anhörung im Disziplinarverfahren bis zum 19. Mai stattfinden.
Entscheidung der Disziplinarkommission steht bevor
„Die Kommission wird ihre Entscheidung so schnell wie möglich nach Prüfung der relevanten Stellungnahmen und Beweise bekanntgeben. Da das Verfahren von einer unabhängigen Disziplinarkommission durchgeführt wird, hat die EFL keinen Einfluss auf den geplanten Zeitplan“, schrieb der Verband in der Pressemitteilung.
Zum aktuellen Zeitpunkt sei noch geplant, das Championship-Playoff-Finale zwischen Hull City und dem FC Southampton wie geplant am 23. Mai in Wembley auszutragen. Der Sieger des Duells steigt in die Premier League auf. Aber: „Die EFL verfügt über verschiedene Ausweichpläne für den Fall, dass diese benötigt werden – einschließlich der Berücksichtigung eines möglichen Berufungsverfahrens.“
Fans sollten Vorsicht walten lassen
Deshalb bittet der Verband auch die Anhänger der Finalisten, dass diese „sich bewusst sind, dass das Ergebnis des Disziplinarverfahrens noch zu Änderungen an der Ansetzung führen kann.“ Deswegen sollen die Fans beim Kauf von Tickets oder der möglichen Reiseplanung nach London Vorsicht walten lassen.
Ob Southampton nach dem Spionagevorwurf tatsächlich ernsthafte Konsequenzen wie eine Disqualifikation fürchten müsse, teilte der Liga-Verband nicht mit. Das erscheint nach den von der EFL beschriebenen Szenerien aber durchaus möglich. Von Geldstrafe bis hin zum Ausschluss aus den Playoffs scheint alles denkbar.
Mögliche Spionage beim Abschlusstraining sorgt für Aufruhr
Ausgangspunkt des Skandals ist ein brisanter Vorwurf aus der Vorwoche: Ein Mitarbeiter Southamptons soll zwei Tage vor dem Halbfinal-Hinspiel gegen Middlesbrough das Training des Gegners heimlich gefilmt haben. Berichten in England zufolge wurde der Mann dabei sogar entdeckt – angeblich versteckt im Gebüsch nahe dem Trainingsgelände, ausgestattet mit einer Kamera. Middlesbrough legte umgehend Beschwerde ein, die Liga reagierte mit einem Verfahren.
Sportlich setzte sich nach zwei packenden Spielen mit Southampton ausgerechnet der Verein durch, der spioniert haben soll. Die Mannschaft des deutschen Trainers Tonda Eckert siegte im Rückspiel mit 2:1 nach Verlängerung.
Die EFL betont, dass sie verschiedene Ausweichpläne bereithält, falls das Finale verschoben oder sogar abgesagt werden müsste. Die endgültige Entscheidung liegt bei der unabhängigen Disziplinarkommission, die alle Beweise sorgfältig prüfen wird. Fans beider Finalisten werden gebeten, sich auf mögliche Änderungen einzustellen und keine voreiligen Buchungen zu tätigen.



