Das Champions-League-Halbfinale zwischen Atlético Madrid und dem FC Arsenal endete 1:1, doch im Mittelpunkt standen nicht die Tore, sondern mehrere strittige Elfmeter-Szenen. Insbesondere die Rücknahme eines Strafstoßes für die Gunners brachte englische Experten in Rage und entfachte eine Grundsatzdebatte über den Videobeweis (VAR).
Gerrard: „Schiedsrichter müssen zu ihrer Entscheidung stehen“
Liverpool-Legende Steven Gerrard äußerte sich bei TNT Sports deutlich: „Schiedsrichter müssen den Mut haben, zu ihrer Entscheidung zu stehen. Es war kein klarer und offensichtlicher Fehler, und das weiß jeder. Aber Simeones Verhalten bringt den Schiedsrichter dazu, an seiner Entscheidung zu zweifeln.“ Schiedsrichter Danny Makkelie hatte nach einem Kontakt von Atlético-Verteidiger Dávid Hancko mit Arsenals Eberechi Eze zunächst auf den Punkt gezeigt, wurde dann aber vom VAR zum Monitor gebeten und nahm den Elfmeter zurück. Atléticos Trainer Diego Simeone hatte lautstark protestiert und einen VAR-Einsatz gefordert.
Sutton: „Zwei schockierende Entscheidungen gegen Arsenal“
Ex-Premier-League-Profi Chris Sutton sprach bei der BBC von „zwei schockierenden Entscheidungen gegen Arsenal“ – darunter auch das geahndete Handspiel von Ben White, das zum Ausgleich für Atlético vom Punkt führte. Besonders die zurückgenommene Strafstoß-Szene kritisierte Sutton: „Wenn man sieht, wie der Schiedsrichter zum Monitor geht, weiß man, was passieren wird, aber ich hätte mir gewünscht, dass er entschlossener gewesen wäre. Es gab einen Kontakt mit Ezes Fuß. Der Elfmeter hätte gegeben werden müssen.“
Keown: VAR-Eingriff war nicht gerechtfertigt
Der frühere Arsenal-Profi Martin Keown argumentierte bei Final Score ähnlich: „Ich glaube nicht, dass es sich um einen eindeutigen und offensichtlichen Fehler handelte, der eine Korrektur erforderlich gemacht hätte. Dafür wollten wir den VAR nicht.“ Er vermutet sogar, dass äußere Einflüsse eine Rolle spielten: „Da Simeone zugesehen hat, glaube ich, dass der Schiedsrichter dem Druck nachgegeben hat.“
Das 1:1 sorgt nicht nur für sportliche Spannung vor dem Rückspiel, sondern hinterlässt aus englischer Sicht einen bitteren Nachgeschmack.



