Der Abschied von Wimbledon ist für Jan-Lennard Struff (36) auch der Abschied von seinem langjährigen Trainer Carsten Arriens (57). Der frühere Tennisprofi wird ab sofort mit Supertalent Justin Engel (18) zusammenarbeiten. Struff hatte Arriens im Frühjahr 2026 zurückgeholt, nachdem die Zusammenarbeit nach den US Open 2024 beendet worden war. Nun trennen sich die Wege erneut.
Struff dankt Arriens für Unterstützung
„Ich hatte keinen Trainer, wollte aber nochmal jemanden dabei haben. Ich bin Carsten unfassbar dankbar, dass er mir das angeboten und mich bis hierher nach Wimbledon begleitet hat. Das war unheimlich toll von ihm“, sagte Struff. Die erneute Zusammenarbeit kam zustande, weil Struff „nichts komplett Neues, nicht eine völlig neue Philosophie und Ansprache“ wollte. „Ich wollte schon ein bisschen wissen, was mich erwartet, und Carsten kennt mich sehr gut.“
Arriens hatte bereits vor der Rückkehr zur Nummer 74 der Welt andere Pläne. Nun wechselt er zu Engel, der mit 18 Jahren halb so alt ist wie Struff. Engel stand im Frühjahr auf Platz 180 der Weltrangliste, ist aktuell auf Position 279 notiert. Eine Ellenbogenverletzung bremst ihn derzeit aus; in dieser Woche will er mit dem Training beginnen. Arriens teilt sich die Aufgabe beim Nürnberger, der seit Jahresbeginn in Monte Carlo wohnt, mit Ex-Profi Dieter Kindlmann (44). Kindlmann gehörte lange zum Team von Maria Sharapova (39), betreute anschließend Angelique Kerber (38) und Aryna Sabalenka (28), die Nummer 1 der Welt waren bzw. sind.
Struffs Erfolge unter Arriens
Unter der Regie von Arriens und Marvin Netuschil (36) gewann Struff mit den BMW Open 2024 in München sein bislang einziges Turnier. Zudem stand er 2023 im Finale des Masters in Madrid, das er gegen Carlos Alcaraz (23) verlor. Nach den US Open 2024 hatte Struff die Zusammenarbeit mit Netuschil und dann auch mit Arriens beendet. Im Frühjahr 2026 kehrte Arriens zurück.
Nach seinem sensationellen Lauf in Wimbledon klettert Struff von Position 74 auf 40 in der Weltrangliste. „Das bedeutet mir sehr viel“, sagt er. Auch mit 36 Jahren kann er noch Topleute schlagen. Wie es nun weitergeht, ob allein oder mit einem neuen Trainer, ist noch offen. Manager Corrado Tschabuschnig (53) zu BILD: „Wir werden die kommenden Tage und Wochen darüber reden, was er genau möchte und sich vorstellt und ob er jemand Neues dazuholen will.“
Struff bereitet sich auf Sand vor
Struff geht jetzt auf Sand, bevor er sich auf die US Open vorbereitet. Die Aufgabe für einen neuen Trainer könnte interessanter kaum sein. Mit 36 Jahren und einer verbesserten Weltranglistenposition ist Struff weiterhin ein ernstzunehmender Gegner auf der ATP Tour.



