Zwangsheirat: Behörden warnen Schulen vor den Ferien
Zwangsheirat: Behörden warnen Schulen vor Ferien

Bundesweit verschicken Behörden in diesen Tagen erschütternde Schreiben an Schulen. Darin warnen sie, dass Schülerinnen bei Reisen in bestimmte Länder zwangsverheiratet werden könnten. Die Warnungen kommen vor den Sommerferien, wenn viele Familien in ihre Herkunftsländer reisen.

Betroffene Länder und größte Gefahr

Besonders betroffen sind Länder wie die Türkei, Syrien, Afghanistan und Pakistan. Aber auch andere Staaten stehen auf der Liste. Die Gefahr ist laut Behörden am größten, wenn Mädchen in Regionen reisen, in denen Zwangsheirat gesellschaftlich akzeptiert oder rechtlich nicht ausreichend verfolgt wird.

Warnzeichen erkennen

Lehrer und Schulsozialarbeiter sollen auf bestimmte Warnzeichen achten. Dazu gehören plötzliche Schulabmeldungen vor den Ferien, auffälliges Schweigen über Reisepläne oder Äußerungen von Mädchen, dass sie verheiratet werden sollen. Auch wenn Eltern ungewöhnlich lange Reisen planen oder das Mädchen nach den Ferien nicht zurückkommt, ist Vorsicht geboten.

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Handlungsempfehlungen für Schulen

Die Behörden raten Schulen, bei Verdacht sofort das Jugendamt oder die Polizei einzuschalten. Zudem sollen Lehrer präventiv mit den Schülerinnen über ihre Rechte sprechen und Notfallnummern bereitstellen. In einigen Bundesländern gibt es bereits spezielle Ansprechpartner für Zwangsheirat.

Statistik und Hintergrund

Laut einer Studie des Bundesfamilienministeriums werden in Deutschland jährlich rund 1.500 Fälle von Zwangsheirat bekannt. Die Dunkelziffer liegt vermutlich deutlich höher. Die meisten Betroffenen sind Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund. Die Warnungen der Behörden unterstreichen die Dringlichkeit des Themas.

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