Der Poker um Yan Diomande eskaliert sowohl auf dem Transfermarkt als auch in den sozialen Medien. Der 19-jährige ivorische Flügelspieler von RB Leipzig soll für eine Rekordablöse von über 100 Millionen Euro zu Real Madrid wechseln. Während der Spieler am Montagmorgen in der Leipziger Akademie die obligatorischen Leistungstests mit den WM-Rückkehrern absolvierte, lieferten sich die Transfer-Insider Fabrizio Romano und Florian Plettenberg auf X ein hitziges Wortgefecht.
Diomande vor Rekordtransfer zu Real Madrid
Nach Informationen von Transfer-Experte Fabrizio Romano ist der Wechsel perfekt: Diomande soll für mehr als 100 Millionen Euro Ablöse zu Real Madrid wechseln und dort einen langfristigen Vertrag bis Sommer 2031 unterschreiben. Der spanische Traditionsklub hatte zuvor bereits ein erstes Angebot in dieser Höhe abgelehnt. Auch ein 100-Millionen-Euro-Angebot des FC Liverpool während der WM wurde von RB Leipzig ausgeschlagen. Laut dpa-Angaben ist bei den Sachsen jedoch noch nichts endgültig geklärt; viele Details seien noch offen. Eine offizielle Bestätigung der Klubs steht aus.
RB Leipzig hatte den Shootingstar eigentlich mindestens noch eine weitere Saison halten wollen. Doch angesichts der astronomischen Summen scheint der Klub nun von seiner Linie abzuweichen. Sollte die Ablöse mindestens 120 Millionen Euro betragen, wäre Diomande mit Abstand der teuerste Abgang der Vereinsgeschichte. Zum Vergleich: Josko Gvardiol wechselte 2023 für 90 Millionen Euro zu Manchester City, Benjamin Sesko für rund 76 Millionen zu Manchester United. Diomande war vor einem Jahr für 20 Millionen Euro vom spanischen Erstliga-Absteiger CD Leganés nach Leipzig gekommen – eine immense Wertsteigerung.
PSG steigt verärgert aus
Die Berater von Diomande, Roc Nation Sports, hatten den Spieler zunächst auch bei Paris Saint-Germain angeboten. Berichten zufolge einigte man sich auf die Konditionen eines Vertrags bis 2031. Am Sonntagabend jedoch stieg PSG verärgert aus dem Poker aus. „Die geforderte Ablösesumme und die Gehaltsforderungen waren völlig unverhältnismäßig“, hieß es in einer Stellungnahme. Damit verbleibt Real Madrid als einziger Interessent.
Öffentlicher Schlagabtausch der Transfer-Gurus
Die unklare Lage führte zu einem bitteren Streit zwischen zwei der bekanntesten Transfer-Experten. Sky-Reporter Florian Plettenberg zweifelte Romanos Meldung öffentlich an. „Wir werden nicht über eine 'Pseudo-Einigung' berichten“, schrieb Plettenberg auf X. Er kritisierte zudem, dass Romano die Ablösesumme nur vage mit „über 100 Millionen Euro“ bezifferte, statt eine exakte Summe zu nennen.
Daraufhin konterte Romano scharf: „Vielleicht sollte ich mal Nachrichten von vor ein paar Jahren teilen, in denen du mich gefragt hast: 'Wie kann ich meine Followerzahl steigern?' oder 'Deine Arbeit ist meine Motivation'.“ Romano, der auf X 28,4 Millionen Follower hat, griff damit Plettenbergs – der auf etwa 700.000 Follower kommt – Glaubwürdigkeit an. Plettenberg, der als Deutschlands bestinformierter Transferjournalist gilt, zeigte sich empört über die Veröffentlichung privater Nachrichten: „Eine traurige Entwicklung. Im Gegensatz zu dir werde ich unsere Gespräche vertraulich behandeln.“ Er fügte hinzu: „Früher warst du für viele ein Vorbild. Auch für mich. Für mich bist du das leider nicht mehr. Ich bin einfach dankbar dafür, dass ich selbst ein Vorbild für andere sein kann.“ Romano entgegnete, dass Plettenberg den „Zirkus“ begonnen habe.
Auswirkungen auf den Transfermarkt
Der Streit der Experten spiegelt die ungewöhnlich hohe öffentliche Aufmerksamkeit für Diomandes möglichen Wechsel wider. Sollte der Transfer tatsächlich zustande kommen, wäre er einer der teuersten der Fußballgeschichte. RB Leipzig würde einen Millionenregen verbuchen, Real Madrid erhielte ein hochtalentiertes Offensivtalent. Bis zur offiziellen Bestätigung bleiben jedoch Fragezeichen – und die Rivalität zwischen Romano und Plettenberg liefert dem Millionenpublikum unfreiwillige Unterhaltung.



