Der Skandal um die aufgehobene Rote Karte von US-Torjäger Folarin Balogun beim WM-Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina (2:0) weitet sich aus. Nun hat sich Trumps WM-Beauftragter Andrew Giuliani zu Wort gemeldet und Schiedsrichter Raphael Claus scharf attackiert.
Giuliani erhebt schwere Vorwürfe gegen Schiri Claus
Andrew Giuliani (40), Leiter der Fifa-Taskforce des Weißen Hauses, sagte vor Journalisten in Washington: „Wir fanden es äußerst verdächtig, dass ein Schiedsrichter im Einsatz war, der zuvor im Zusammenhang mit einer Untersuchung zu Spielmanipulationen genannt worden war – und zwar speziell im Zusammenhang mit unrechtmäßig ausgesprochenen Roten Karten.“ Laut des „Guardian“ soll Giuliani behauptet haben, dass gegen Claus 2024 wegen falscher Roter Karten und Spielmanipulation ermittelt worden war.
Giuliani fügte hinzu: „Und wenn man dann noch berücksichtigt, dass der VAR-Prozess falsch angewendet wurde: Bei Kontaktfouls darf man in der VAR-Überprüfung eigentlich keine Zeitlupenbilder verwenden – und genau das wurde getan. Nimmt man diese beiden Faktoren zusammen, erschien uns das äußerst, äußerst verdächtig.“
Trump hatte bereits Zweifel geäußert
Zuvor hatte bereits US-Präsident Donald Trump (80) behauptet, der brasilianische Schiri sei wegen seiner Vergangenheit „etwas verdächtig“. Einen konkreten Grund für diese Behauptung nannte Trump jedoch nicht. Die Kritik des Präsidenten und seines Beauftragten stieß in der Fußballwelt auf Unverständnis.
Ein brasilianischer Journalist konfrontierte Giuliani mit der Tatsache, dass Claus in der Untersuchung lediglich als Zeuge ausgesagt habe und selbst nie Ziel der Ermittlungen gewesen sei. Giuliani antwortete: „Er wurde keiner Straftat beschuldigt. Das wissen wir. Ich sage lediglich, dass er mit einer Untersuchung zu Spielmanipulationen in Brasilien vor einigen Jahren in Verbindung stand, bei der es – ich zitiere – um ‚unrechtmäßige Rote Karten‘ ging. Das sind die Fakten. Er stand in Zusammenhang mit dieser Untersuchung.“
Fifa und Schiri-Boss verteidigen Claus gegen Trump-Kritik
Die Fifa um Schiri-Boss Pierluigi Collina (66) hatte Claus mit einem offiziellen Statement verteidigt: „Im Laufe seiner gesamten Karriere hat er stets höchste Professionalität und Integrität bewiesen.“ Auch der brasilianische Fußballverband erklärte: „Es gibt nichts in seiner Laufbahn, das seine Integrität infrage stellt oder irgendeinen Verdacht auf Fehlverhalten stützt.“
Der Skandal um die Rote Karte von Balogun, die nach VAR-Eingriff zurückgenommen wurde, bleibt damit ein zentrales Thema der WM 2026 in den USA. Die Vorwürfe aus dem Weißen Haus gegen Schiedsrichter Claus sorgen weiter für Diskussionen über die Unabhängigkeit der Schiedsrichter und den Einfluss politischer Akteure auf das Turnier.



