Der ägyptische Fußballverband (EFA) hat die Vertragsverlängerung mit Nationaltrainer Hossam Hassan bekannt gegeben – nur einen Tag nach dessen umstrittenem Verhalten beim WM-Achtelfinale gegen Argentinien. EFA-Präsident Hani Abu Rida erklärte auf der offiziellen Verbandswebsite, der Vorstand habe der Verlängerung grundsätzlich zugestimmt. Ziel sei es, die Erfolge des ägyptischen Fußballs der vergangenen Jahre fortzuführen. Die letzten formellen Schritte sollen auf der nächsten Vorstandssitzung erfolgen, sobald die Delegation aus den USA zurückgekehrt ist.
Hassans Ausraster nach WM-Aus
Die Szenen nach der 2:3-Niederlage gegen Argentinien am Dienstag in Atlanta sorgten weltweit für Aufsehen. Hassan tobte an der Seitenlinie, beschuldigte den Schiedsrichter und warf der Fifa vor, die WM sei manipuliert. In einer Pressekonferenz sprach er von einem „manipulierten Spiel“ und behauptete, Argentinien um Superstar Lionel Messi werde bevorzugt, damit der Weltmeister möglichst lange im Turnier bleibe. Wörtlich sagte Hassan: „Es geht nur ums Geld. Sie wollen, dass Messi im Turnier bleibt.“
Spuckattacke und Flaggen-Eklat
Nach dem Abpfiff kam es zu einem weiteren Eklat: In der Nähe des Spielertunnels feierten argentinische Fans den Viertelfinaleinzug, wobei auch eine Israel-Flagge zu sehen war. TV-Bilder zeigen, wie Hassan in Richtung der Fans schreit, auf das Ägypten-Wappen auf seiner Brust zeigt und dann ausspuckt – in der arabischen Welt eine starke Form der Verachtung. Als ein Fotograf die Szene festhielt, ging Hassan aggressiv auf ihn zu und musste von einem Betreuer zurückgehalten werden. Auch sein Zwillingsbruder Ibrahim Hassan, Teammanager der Nationalmannschaft, geriet mit dem argentinischen Fanblock aneinander und schrie heftig gestikulierend in Richtung der Zuschauer.
Solidarität mit Palästina während der WM
Bereits während des Turniers hatte Hassan mehrfach für Kontroversen gesorgt. Auf mehreren Pressekonferenzen sprach er ungefragt den Nahost-Konflikt an und solidarisierte sich mit den Palästinensern. Nach dem Sieg im Elfmeterschießen gegen Australien (4:2 n.E.) in der ersten K.o.-Runde lief der Trainer sogar mit einer Palästinenser-Flagge über den Platz.
Verband stärkt Trainer den Rücken
Trotz der wiederholten Eskapaden hält der Verband an Hassan fest. Mit der Vertragsverlängerung stärkt die EFA ihrem Nationaltrainer nach dem WM-Aus demonstrativ den Rücken. Die Entscheidung dürfte jedoch international weiter für Diskussionen sorgen, insbesondere angesichts der heftigen Vorwürfe gegen die Fifa und das aggressive Verhalten gegenüber Fans und Presse.



