Thomas Tuchel, der englische Nationaltrainer, hat die Kritik von Medien und ehemaligen Spielern nach dem Ausscheiden im WM-Halbfinale gegen Argentinien zurückgewiesen. „Wenn wir morgen gewinnen, ist es das beste Ergebnis bei einer Weltmeisterschaft seit 60 Jahren. Es ist alles eine Frage der Perspektive“, sagte der gebürtige Schwabe. England trifft am Samstag um 23.00 Uhr (MagentaTV) im Spiel um Platz drei in Miami Gardens auf Frankreich.
Tuchel räumt Rückstand ein
Tuchel gab zu, dass England im Vergleich zu Frankreich und den Finalisten Spanien und Argentinien Aufholbedarf habe. „Die Lücke ergibt sich durch die Titel. Das haben sie sich über Jahre aufgebaut. Aber es ist möglich, sie zu schließen“, erklärte der 52-Jährige. Erst im Februar hatte er seinen Vertrag mit dem englischen Verband FA bis nach der EM 2028 in Großbritannien und Irland verlängert und betonte erneut, diesen Vertrag erfüllen zu wollen.
Narbe nach dem Schock
Nach dem 1:2 im Halbfinale, bei dem England bis zur 85. Minute mit 1:0 führte, war Tuchel vorgeworfen worden, das Spiel durch falsche Entscheidungen verloren zu haben. Die Niederlage beschäftigt ihn noch immer. „Nach dem Schock im ersten Moment wurde es jeden Tag schmerzhafter. Es wird eine Narbe bleiben. Es ist nicht die erste und es wird nicht die letzte sein“, sagte Tuchel.
Seine Entscheidungen, in der defensiven Struktur zweimal umzustellen, bereut er nicht. Er würde es eher bereuen, hätte er nicht reagiert. „Aber wenn man jemandem unbedingt die Schuld geben möchte, dann übernehme ich das“, stellte Tuchel klar. Es seien jedoch alles nur Szenarien, die nun erstellt würden; niemand könne wissen, wie sie sich ausgewirkt hätten.
Körperliche Erschöpfung als Faktor
Tuchel räumte ein, dass seine Mannschaft körperlich nicht mehr auf der Höhe war. Das Achtelfinale gegen Mexiko in der Höhe von Mexiko-Stadt in Unterzahl und das Viertelfinale gegen Norwegen in der schwülen Hitze Floridas hätten mehr Kraft gekostet, als man sich eingestehen wollte.
Für das Spiel um Platz drei plant Tuchel einige Veränderungen. Die Ansprüche sinken dennoch nicht. „Mentalität schaltet man nicht einfach an, wenn man sie braucht. Es wird also der Moment sein, in dem wir zeigen können, wer wir sind“, sagte der Coach abschließend.



