Werder-Trainer Daniel Thioune (52) sucht einen neuen Anführer für sein Team. In den nächsten Wochen wird er verschiedene Spieler als Kapitän testen. Das gab der Coach vor der ersten Vorbereitung als Werder-Trainer bekannt.
Marco Friedl bleibt Favorit
Viel spricht dafür, dass Marco Friedl (28) auch in der neuen Saison die Kapitänsbinde trägt. Allerdings nur, wenn er den Verein nicht verlässt. Thioune erklärte: „Marco und ich werden uns hinsetzen und darüber reden, was in der Gesamtheit vielleicht noch zu erwarten ist und wie sich jeder in seiner Rolle gefühlt hat.“ Nach Friedls WM-Urlaub wird Thioune in etwa zwei Wochen mehr wissen.
Der bisherige Vize-Kapitän Jens Stage (28) strebt offen einen Wechsel an. Solange seine Zukunft ungeklärt ist, kommt er als Binden-Mann nicht infrage. Daher testet Thioune Alternativen.
Praktikum für angehende Kapitäne
Die Spieler dürfen den Job als Kapitän ausprobieren. Los geht es am Samstag (15 Uhr) bei Oberligist Verden 04. Thioune erläuterte: „Wir werden immer mit zwei unterschiedlichen Mannschaften spielen. Es wird immer einer die Mannschaft aufs Feld führen, dem ich ein bisschen mehr Verantwortung gebe, um zu erkennen, ob er damit umgehen kann.“
Thioune vergibt also ein Praktikum als Werder-Kapitän. Ob Ole Werner oder zuletzt Horst Steffen – bei Werder hatten die Trainer in den vergangenen Jahren den Kapitän bestimmt, die Profis aber den Mannschaftsrat gewählt. Bei Ex-Klub Fortuna Düsseldorf hatte Thioune beides, Kapitän und Rat, bestimmt. Zum Gremium zählte übrigens auch Stürmer Cedric Itten, den Werder zuletzt verpflichtet hat. Wie der Trainer es in Bremen hält, hat er noch nicht festgelegt.
Leading by Performance
Thioune betonte: „Ich habe meine Gedanken, wie so ein Mannschaftsrat besetzt werden kann. Am Ende geht es bei den Themen ohnehin um ‚Leading by Performance‘ (Führen durch Leistung, d.Red.).“ Das gelte auch für Stage, den Thioune nicht mit der Kapitänsbinde zum Verbleib bewegen will. „Jens braucht das nicht für sein Glück, weil er stets mit oder ohne Binde in dieser Kabine vorweggegangen ist. Wenn er bei uns bleibt, wird er das weiterhin tun – egal, ob er sie am Arm oder um den Kopf hat.“



