Union Berlins anhaltende Sieglos-Serie: Kemlein analysiert die Defensivprobleme
Sieben Spiele ohne Sieg, die Tabelle wird nach unten hin immer enger. Doch bei Union Berlin herrscht trotz der angespannten Situation noch keine Panik. Der 21-jährige Sechser Aljoscha Kemlein, ein Eigengewächs des Vereins, äußert sich offen zur aktuellen Krise und liefert eine klare Analyse der Probleme.
Fehlender absoluter Wille als Hauptursache
Laut Kemlein liegt der Grund für die jüngsten Misserfolge in einem mentalen Defizit: „Ich glaube, es fehlt der absolute Wille, das Tor zu verteidigen – und auch der absolute Wille, ein Tor zu schießen“, erklärt der Mittelfeldspieler. „Wenn man in einer Trainingswoche ein, zwei Prozent weniger macht, reicht das in der Bundesliga nicht aus. Das wird sofort bestraft. Dann steht man da und fragt sich: Unsere Leistungen waren ganz akzeptabel – aber akzeptabel reicht nicht.“
Besonders besorgniserregend ist die jüngste Gegentor-Flut: Drei Treffer kassierte Union gegen Dortmund, drei in Hoffenheim und drei beim Hamburger SV. Diese hohe Anzahl an Gegentoren macht es nahezu unmöglich, Spiele zu drehen oder mit drei Punkten nach Hause zu fahren.
Keine Abstiegsangst, aber klare Warnung
Kemlein betont, dass in der Mannschaft noch keine Abstiegsangst aufkommt: „Keine Angst, aber wir sind uns natürlich der Situation bewusst.“ Die Stimmung im Team sei trotz der negativen Serie noch nicht gekippt. „Dadurch, dass wir noch in einer komfortablen Situation sind, kann ich nicht sagen, dass bei uns schlechte Stimmung herrscht. Aber wir müssen wieder Siege einfahren, um nicht tiefer in den Abstiegskampf zu rutschen.“
Von einer wirklich komfortablen Situation kann allerdings kaum die Rede sein. Union Berlin verfügt lediglich über einen Vorsprung von sechs Punkten vor dem Relegationsplatz. Kemlein weist auf die Erfahrung im Kader hin: „Wir haben viele Jungs dabei, die in der Vergangenheit miterlebt haben, dass man schnell wieder unten hineinrutschen kann. Das Bewusstsein ist da. Uns ist allen klar, dass jetzt jeder einen Schritt mehr machen muss.“
Chancen gegen Bayer Leverkusen
Am Samstag um 15:30 Uhr empfängt Union Berlin Bayer Leverkusen an der Alten Försterei. Gegner Leverkusen gilt als Passmaschine mit viel Ballbesitz und Tempo. Dennoch sieht Kemlein Chancen auf den ersten Sieg im Jahr 2026: „In unserem Stadion können wir gegen jeden gewinnen. Wenn wir die Intensität schaffen, wenn wir Stimmung auf den Rängen erzeugen. Ich habe das Gefühl, dass sich jeder Gegner schwertut gegen uns.“
Der Schlüssel zum Erfolg liegt für Kemlein in einer speziellen Stärke der Mannschaft: „Es ist eine Stärke von uns, auszuhalten und zu leiden. Darum wird es gehen. Dass wir in den gefährlichen Räumen da sind, aber auch mal aushalten können, wenn in ungefährlichen Räumen zwei, drei Pässe mehr gespielt werden. Wir müssen konzentriert bleiben – und dann in den entscheidenden Situationen diese Passmaschine durchbrechen.“
Der Plan steht somit fest. Jetzt geht es darum, den absoluten Willen wieder abzurufen – sowohl in der Defensive als auch im Angriff.



