Der 4:1-Auftaktsieg der US-Nationalmannschaft gegen Paraguay bei der Fußball-Weltmeisterschaft hat nicht nur sportlich überzeugt, sondern auch einen regelrechten Hype um das Team ausgelöst. Besonders deutlich wird dies an den Ticketpreisen für das zweite Gruppenspiel gegen Australien am Freitag (21.00 Uhr MESZ) in Seattle. Restkarten kosten mittlerweile mindestens 2.000 US-Dollar (etwa 1.700 Euro). „Ich denke, der Hype ist da“, sagte Keith Pagello, Gründer eines Ticketdatenanalyseportals, der „Seattle Times“. „Jeder war überrascht, das hat niemand erwartet.“
Prominente feiern mit
Die Beliebtheit der US-Boys zeigt sich auch in den Stadien: Zahlreiche Prominente der ersten Kategorie waren bereits beim Auftaktspiel in Inglewood nahe Los Angeles zu sehen. Tom Cruise, David Beckham und Paris Hilton amüsierten sich bestens, während in anderen Arenen Stars wie Jay-Z, Patrick Mahomes, Rod Stewart oder Tom Brady mit seiner Tochter gesichtet wurden. Da die Stanley Cup Finals und die NBA Finals beendet sind, ist die WM in Mexiko, Kanada und den USA der angesagteste Ort für Prominente, um sich sportlich zu präsentieren und dabei zu sein.
Siegertypen auf dem Rasen
Der höchste Sieg einer US-Männer-Mannschaft in der WM-Geschichte – das 4:1 gegen Paraguay – hat das Selbstverständnis der USA als Siegertypen gestärkt. Mit Siegern lässt sich leichter feiern als mit Verlierern. Ein weiterer Erfolg gegen Australien würde den USA vorzeitig den Einzug in die K.o.-Runde sichern, noch vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen die Türkei.
Sorgen um Pulisic
Allerdings gibt es eine beunruhigende Nachricht: Star Christian Pulisic hat seit seiner Auswechslung zur Halbzeit gegen Paraguay noch nicht wieder mit dem Team trainiert. „Wir hoffen wirklich, dass er für das Spiel zurückkommt“, sagte Brenden Aaronson, der als möglicher Ersatz gilt. Auch Tim Weah von Olympique Marseille, eine weitere Alternative, hofft auf Pulisics Einsatz: „Für mich ist Christian einer der fünf besten Flügelspieler der Welt. Ich hoffe, er ist am Freitag bereit.“
Historischer Testspielsieg als Fundament
Die Teams kennen sich bereits: Im Oktober gewannen die USA einen Test gegen Australien mit 2:1. Dieses Spiel sehen die US-Verantwortlichen intern als Grundstein für den starken WM-Start. Nach einer mühsamen ersten Halbzeit mit vielen gewonnenen Zweikämpfen für Australien hatte Chefcoach Mauricio Pochettino das Team in der Pause zusammengestaucht und an den Nationalstolz appelliert. „Obwohl er Argentinier ist, hat er diesen Grundsatz: Schaut, so machen wir das, so sind wir, und das ist, was Amerika ausmacht. Er hat uns, von dieser Perspektive von außen, gezeigt, was uns Amerikaner ausmacht“, erzählte Sebastian Berhalter vor der Abreise nach Seattle. Amerikaner sehen sich gern als Siegertypen – ob auf dem Rasen oder auf der Tribüne.



