Hegseth kündigt neue Überprüfung der US-Truppenpräsenz in Europa an
Brüssel. Der US-Kriegsminister treibt einen Neustart der NATO unter dem Motto „NATO 3.0“ voran – mit womöglich weitreichenden Folgen für Europa. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat angekündigt, dass die USA ihre Truppenpräsenz in Europa neu überprüfen werden. Dabei werde in einem Zeitraum von bis zu sechs Monaten die „Streitkräftepräsenz und Stationierung der USA in Europa“ begutachtet, sagte Hegseth bei einem Treffen der NATO-Verteidigungsminister in Brüssel am Donnerstag.
„NATO 3.0“: Europa soll Hauptverantwortung übernehmen
Die Überprüfung solle sicherstellen, „dass die NATO sich schnell und unwiderruflich in Richtung eines von Europa geführten Bündnisses bewegt, in dem Europa die Hauptverantwortung für die Verteidigung Europas übernimmt“, fügte er hinzu. Bei dem Treffen der NATO-Verteidigungsminister forderte Hegseth eine Neustrukturierung der 32-Nationen-Organisation, um sie in eine „NATO 3.0“ zu verwandeln, die in der Lage sei, jede Bedrohung abzuschrecken. Das berichten mehrere US-Medien.
„Echtes, kompromissloses Militärbündnis“ gefordert
Der US-Verteidigungsminister sagte am Donnerstag, dass Amerikas Verbündete in Europa die Führung bei der Verteidigung ihres eigenen Kontinents übernehmen und dazu beitragen müssten, die NATO in ein „echtes, kompromissloses Militärbündnis“ zu verwandeln. „NATO 3.0 ist die Erkenntnis nach dem Kalten Krieg, dass die NATO zu einem wirklich harten Militärbündnis zurückkehren muss, das über echte militärische Fähigkeiten verfügt, die in der Lage sind, hier auf dem Kontinent abzuschrecken und die Führung bei der konventionellen Verteidigung Europas zu übernehmen“, zitiert „ABC News“ Hegseth.
USA investieren 1,5 Billionen Dollar in eigene Verteidigung
Er kündigte zudem an, dass die USA im Jahr 2027 1,5 Billionen Dollar in ihre eigene Verteidigung investieren wollen. So wolle man der Welt „eine Botschaft senden“. Die US-Verbündeten müssten bereit sein, „sich energisch für die Verteidigung ihres eigenen Kontinents einzusetzen“. Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die NATO vor großen Herausforderungen steht, darunter der Krieg in der Ukraine und die wachsende Bedrohung durch China. Experten sehen in der Neuausrichtung eine mögliche Verschiebung der transatlantischen Sicherheitsarchitektur.



