Derby-Vorschau: Kult-Trainer van Eck gibt Jena Rückenwind
Der legendäre René van Eck (60) macht dem FC Carl Zeiss Jena vor dem heiß erwarteten Derby gegen Rot-Weiß Erfurt Mut. Der ehemalige Erfolgscoach der Thüringer, der heute als Assistenztrainer beim niederländischen Zweitligisten FC Dordrecht arbeitet, ist überzeugt, dass Jena den langen Derbyfluch beenden kann.
Sechzehn Jahre Warten auf Derby-Erfolg
Seit nunmehr sechzehn Jahren wartet der FC Carl Zeiss Jena auf einen Sieg beim Erzrivalen Rot-Weiß Erfurt. Der letzte Triumph datiert vom 24. März 2010, als Orlando Smeekes, Sebastian Hähne und Soufian Benyamina ein 3:0 heraus schossen. Damals stand René van Eck als Trainer an der Seitenlinie.
Vor dem nächsten Duell im Steigerwaldstadion am kommenden Sonntag (14 Uhr) gibt der Holländer nun den Jenaern Rückenwind: „Da wird es so weit sein, die werden das Ding ziehen und am Ende auch den Pokal holen“, prophezeit van Eck mit Überzeugung.
Van Eck bleibt Jena verbunden
Der in Rotterdam lebende Trainer, der im Februar seinen 60. Geburtstag feierte, verfolgt weiterhin intensiv das Geschehen in Jena. Aktuell trainiert er die U-21 des FC Dordrecht und assistiert bei den Profis unter Cheftrainer Dirk Kuyt (45).
„Ich trainiere die U-21 des FC Dordrecht und bin Assistenztrainer bei den Profis“, erklärt van Eck seine aktuelle Tätigkeit. Trotz der räumlichen Distanz bleibt er dem FCC eng verbunden: „Weil dieser Verein und seine Menschen etwas Besonderes sind. Es gab damals die Aktion ‚Jena im Herzen‘. Und genau so trage ich den FCC bis heute.“
Motivation aus Niederlagen ziehen
Auch die 1:4-Niederlage in Chemnitz am vergangenen Wochenende hat van Eck registriert. Daraus solle man nun Kraft schöpfen: „Genau aus solten Spielen sollten wir jetzt die Kraft ziehen, in Erfurt ein Zeichen zu setzen.“
Als Rot-Weiß Erfurt im November den FCC mit 3:1 besiegte, saß van Eck vor dem Fernseher. Die Bilder der jubelnden Erfurter sollten in Jena gezeigt werden: „Das motiviert“, meint der Trainer mit einem Lachen.
Die ewige Frage nach der Nummer eins
Van Eck erinnert sich an eine besondere Begebenheit: Nach einer Niederlage gegen Erfurt feierten die Gegner ausgiebig, woraufhin er konterte: „Ihr könnt hier noch 100 Jahre spielen, ihr werdet nie die Nummer eins!“
Über diese Situation muss er heute noch schmunzeln: „Weil diese Frage nach der Nummer eins immer nur von Erfurt gestellt wird. Noch heute. In Jena ist das kein Thema, weil für uns die Sache ja klar ist.“
Perspektiven für die Zukunft
Auf die Frage, ob er für einen Rückkehr nach Jena bereit stünde, antwortet van Eck ohne Zögern: „Bin ich da. Sofort.“ Allerdings sieht er aktuell keinen Bedarf: „Dazu gibt es ja aktuell keinen Grund. Sie sind gut aufgestellt, Miro Jovic und Volkan Uluc machen einen guten Job.“
Für den Aufstieg in die 3. Liga brauche es jedoch Geduld und Kontinuität: „Nur mit Geduld wird man wieder in die 3. Liga kommen. Es braucht endlich die Konstanz, über Jahre hinweg etwas aufzubauen.“
Die Spannung vor dem Derby im Steigerwaldstadion steigt mit jedem Tag. Mit den motivierenden Worten ihres ehemaligen Erfolgstrainers im Rücken treten die Jenaer Spieler an, um endlich den langen Derbyfluch zu beenden.



