VfB Stuttgart greift Borussia Dortmund an: Kann der Schwabenklub den BVB überholen?
Eine faszinierende Entwicklung im deutschen Fußball zeichnet sich ab: Der VfB Stuttgart, einst als Abstiegskandidat gehandelt, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der besten Klubs Deutschlands entwickelt. Die Frage, die sich nun stellt: Greift der VfB jetzt Borussia Dortmund an und macht dem BVB den Status als zweitgrößter Klub hinter Bayern München streitig?
Märchenhafter Aufstieg des VfB Stuttgart
Die Entwicklung des VfB Stuttgart in den letzten Jahren gleicht einem modernen Fußballmärchen. Von der Abstiegsgefahr hat sich der Klub unter Trainer Sebastian Hoeneß zu einem ständigen Titel-Anwärter gewandelt. Vor zwei Saisons feierte Stuttgart die Vizemeisterschaft, in der vergangenen Spielzeit folgte der Pokalsieg. Auch in der aktuellen Saison läuft es für die Elf von Hoeneß ausgezeichnet: Der Traum der Pokal-Titelverteidigung lebt weiter, dazu belegt der VfB Platz drei in der Bundesliga.
Acht Punkte trennen Stuttgart vom kommenden Gegner Dortmund, doch die sportliche Annäherung ist unübersehbar. Während der letzte Titel der Bayern-Jäger aus Dortmund bereits fünf Jahre zurückliegt (Pokalsieg 2021), hat sich Stuttgart unter Hoeneß zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten entwickelt.
Statistiken sprechen für Stuttgart
Die Zahlen der letzten Begegnungen zwischen VfB Stuttgart und Borussia Dortmund sind beeindruckend: Der VfB verlor keines der letzten sieben Pflichtspiele gegen den BVB. Dabei gelangen fünf Siege und zwei Unentschieden, darunter ein 3:3 in der Hinrunde. Der letzte Dortmunder Sieg gegen den VfB liegt bereits dreieinhalb Jahre zurück – im Oktober 2022 gewann der BVB noch mit 5:0.
Sportlich nähert sich der VfB den Dortmundern tatsächlich immer weiter an, zumindest im nationalen Wettbewerb. Allerdings muss Stuttgart aktuell noch von einer Champions-League-Final-Teilnahme wie der BVB 2024 träumen – hier zeigt sich der Unterschied in der internationalen Erfahrung.
Wehrle: „Dortmund finanziell auf ganz anderer Flughöhe“
VfB-Vorstandsvorsitzender Alexander Wehrle bleibt trotz der sportlichen Erfolge realistisch. Auf die Frage, ob der VfB schon auf einem Level mit dem BVB sei, antwortet Wehrle: „Es ist bekanntlich noch nicht lange her, dass wir nur knapp dem Abstieg entgangen sind und unsere finanzielle Situation durchaus angespannt war.“
Wehrle betont die wirtschaftlichen Unterschiede: „Der Abstand zu den Top-Teams in Deutschland ist diesbezüglich aber nach wie vor enorm. Borussia Dortmund zum Beispiel ist als Dauergast in der Champions League in einer ganz anderen Flughöhe unterwegs und hat nicht nur in der Tabelle einen deutlichen Vorsprung auf uns.“
Die wirtschaftliche Stabilisierung des VfB gelang durch mehrere Faktoren:
- Das Weltmarkenbündnis
- Der Ausbau der MHP Arena
- Erzielte Transfereinnahmen
Trotz dieser Fortschritte stellt Wehrle klar: „Es ist deshalb nicht zutreffend, uns schon auf Augenhöhe mit solchen Clubs zu sehen. Das ändert aber natürlich nichts daran, dass wir alles daran setzen werden, unser Heimspiel gegen den BVB erfolgreich zu gestalten.“
Zukunftsperspektiven und Herausforderungen
Die sportliche Führung um VfB-Boss Alexander Wehrle hat aus dem VfB endlich wieder eine Spitzenmannschaft geformt. Während Dortmund in dieser Saison wohl die Vizemeisterschaft holen wird – das erste Mal seit drei Jahren – feierte der VfB vor zwei Jahren selbst Platz zwei.
Die Entwicklung zeigt: Stuttgart hat sich zu einem ernsthaften Konkurrenten für die etablierten Spitzenklubs entwickelt. Ob der VfB Dortmund tatsächlich überholen kann, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Die nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung des Klubs
- Die Fähigkeit, internationale Erfahrung zu sammeln
- Die Kontinuität der sportlichen Leistungen über mehrere Saisons
Das kommende Heimspiel gegen den BVB am Samstag um 18.30 Uhr wird ein wichtiger Gradmesser für die aktuelle Stärke des VfB Stuttgart sein. Eines steht fest: Der deutsche Fußball hat mit dem VfB Stuttgart einen neuen Spitzenklub gewonnen, der die etablierte Ordnung herausfordert.



