Chancenwucher in Porto: VfB Stuttgart scheidet aus Europa League aus
Trotz einer über weite Strecken engagierten und mutigen Leistung konnte der VfB Stuttgart die Niederlage aus dem Hinspiel nicht mehr wettmachen. Die Europareise der Schwaben ist damit vorzeitig beendet. Am Donnerstagabend unterlagen die Stuttgarter im Achtelfinal-Rückspiel der Europa League beim FC Porto mit 0:2 (0:1). Nach dem bereits verlorenen Hinspiel mit 1:2 in der Vorwoche bedeutet dieses Ergebnis das Aus im europäischen Wettbewerb.
Torhüter Costa als unüberwindbare Mauer
William Gomes erzielte in der 21. Minute den wichtigen Führungstreffer für die Hausherren, während Victor Froholdt in der 72. Minute mit einem traumhaften Schuss in den Winkel alle Hoffnungen der Gäste endgültig begrub. Der portugiesische Tabellenführer Porto zieht damit verdient ins Viertelfinale ein und trifft dort am 9. und 16. April auf Nottingham Forest. Für Stuttgart hingegen bleibt nur der Blick auf die Bundesliga, wo am Sonntag beim FC Augsburg ein weiterer Schritt im Kampf um die Champions-League-Qualifikation gemacht werden kann.
Besonders bitter für die Schwaben: Trotz zahlreicher hochkarätiger Torchancen und einer über weite Strecken überlegenen Spielweise blieb das Tor leer. Diogo Costa, der Torhüter des FC Porto, zeigte eine herausragende Leistung und vereitelte mehrere hundertprozentige Möglichkeiten der Stuttgarter Angreifer. Bereits in der Anfangsphase hätten Jeff Chabot (2. Minute), Chris Führich (8. Minute) und vor allem Deniz Undav (13. Minute) die Führung erzielen können, doch Costa stand jeweils wie eine unüberwindbare Mauer im Weg.
Hoeneß' Vorgaben nur teilweise umgesetzt
VfB-Trainer Sebastian Hoeneß hatte vor der Partie gefordert: „Wir müssen sauber, smart und emotional sein – und wir müssen alle Facetten zeigen, die es für das Spiel braucht.“ Seine Profis setzten diese Vorgaben in der Anfangsphase tatsächlich vorbildlich um und erarbeiteten sich früh erste vielversprechende Möglichkeiten. Doch nach dem Führungstreffer der Portugiesen durch William Gomes, der quasi aus dem Nichts kam, gerieten die Schwaben etwas aus dem Rhythmus.
Bilal El Khannouss scheiterte in der 30. Minute ebenfalls am glänzend aufgelegten Keeper Diogo Costa. Erst vor der Pause ging den Cannstattern etwas die Puste aus, und Porto zeigte sich nun vermehrt in der Offensive. Nach der Wiederaufnahme des Spiels beschränkte sich der portugiesische Tabellenführer dann wieder aufs Verteidigen – eine Taktik, die sich letztlich auszahlte.
Personelle Probleme in der Schlussphase
Die Situation verschärfte sich für Stuttgart in der 77. Minute, als Nikolas Nartey nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte sah und seine Mannschaft die Partie mit nur noch zehn Spielern beenden musste. Dies erschwerte die ohnehin schon schwierige Aufgabe, das 0:2 noch zu drehen, zusätzlich.
Fazit des Abends: Der VfB Stuttgart zeigte zwar eine engagierte Leistung und schuf zahlreiche Torchancen, doch die Effizienz vor dem gegnerischen Tor fehlte. Während Porto seine wenigen Möglichkeiten konsequent nutzte, blieben die Schwaben trotz deutlicher Spielanteile und Überlegenheit in weiten Teilen der Begegnung ohne Torerfolg. Damit endet die europäische Reise der Stuttgarter früher als erhofft, und der Fokus verlagert sich nun vollständig auf die Bundesliga.



