Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft steht vor einem Trainerwechsel: Nach dem Rücktritt von Julian Nagelsmann (38) soll Jürgen Klopp (59) neuer Bundestrainer werden. In den kommenden Tagen stehen entscheidende Gespräche an. Eine der prägendsten Figuren des internationalen Trainerzirkels, Arsène Wenger (76), hat sich nun zu diesem Wechsel geäußert – und zeigt sich trotz aller Wertschätzung für Klopp skeptisch.
Wenger: „Niemand stellt die Qualität von Klopp in Frage“
In der TikTok-Sendung „Kroos & Kroos: die WM unter der Lupe“ von Weltmeister Toni Kroos (36) sagte die Trainer-Legende: „Niemand stellt die Qualität von Klopp in Frage. Er ist ein Top-Manager. Du siehst aber in Brasilien: Du hast ihnen Carlo Ancelotti gebracht, und sie sind immer noch die gleichen Spieler. Gute Spieler brauchen einen großartigen Trainer. Und großartige Manager brauchen gute Spieler. Man braucht beides zusammen.“
Wenger, der den FC Arsenal von 1996 bis 2018 trainierte und dreimal englischer Meister wurde, arbeitet heute als Direktor für globale Fußballförderung bei der FIFA. Er verfolgte viele WM-Spiele live in den Stadien der USA, Kanadas und Mexikos, darunter Brasiliens Achtelfinal-Aus gegen Norwegen (1:2) am Sonntag.
Wenger: „Klopp gibt Deutschland Hoffnung, aber …“
Über die konkrete Situation der deutschen Mannschaft sagte Wenger: „Ich glaube nicht, dass er (Julian Nagelsmann, d. Red.) große Fehler in diesem Turnier gemacht hat. Im Moment fehlt Deutschland etwas – man sieht in diesem Turnier, wie wichtig ein richtiger Goalgetter ist. Man braucht einen Spieler, der in entscheidenden Momenten trifft, so wie Harry Kane in England. Aber den gibt es derzeit in Deutschland nicht.“
Weiter führte Wenger aus: „Der Name Klopp gibt Deutschland die Hoffnung zurück, wieder aufs höchste Niveau zu kommen. Aber ob sich dadurch alles verändert, da bin ich mir nicht sicher. Du hast in Deutschland größere Probleme. Noch mal: ich stelle die Qualität überhaupt nicht infrage. Aber ich weiß nicht, ob er allein alle Probleme in Deutschland löst. Er ist ein schlauer Mann, er weiß das selber.“
Damit spielt Wenger auf strukturelle Defizite an, die über die Besetzung des Trainerpostens hinausgehen. Deutschland scheiterte bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko bereits im Viertelfinale. Nagelsmann war nach dem Turnier zurückgetreten. Klopp, der nach seiner Zeit beim FC Liverpool pausiert, gilt als Wunschkandidat des DFB.



