Der italienische Fußballverband (FIGC) setzt nach dem jüngsten WM-Quali-Debakel große Hoffnungen auf die Verpflichtung von Paolo Maldini als Technischen Direktor der Nationalmannschaft. Der neue Verbandschef Giovanni Malagò bestätigte in einem Interview mit Rai Radio 1, dass er dem 58-jährigen Ex-Profi ein entsprechendes Angebot unterbreitet habe und in den kommenden Tagen eine Antwort erwarte.
Maldini als „idealer Kandidat“
Malagò bezeichnete Maldini als „idealen Kandidaten“ für die Position des Technischen Direktors. Der ehemalige Weltklasse-Verteidiger der AC Mailand verfüge über einen „Lebenslauf und Kompetenzen, die nicht nur seine Karriere als Spieler umfassen, sondern auch als Funktionär“. Maldini gewann in seiner aktiven Laufbahn fünfmal die Champions League beziehungsweise den Europapokal der Landesmeister und wurde siebenmal italienischer Meister. Nach seinem Karriereende war er von 2019 bis 2023 als Technischer Direktor bei Milan tätig. In seiner neuen Rolle soll er maßgeblich an der Suche nach einem neuen Nationaltrainer beteiligt sein.
Hintergrund: WM-Quali-Debakel und personelle Konsequenzen
Die italienische Nationalmannschaft hatte im Frühjahr zum dritten Mal in Folge die Qualifikation für eine Weltmeisterschaft verpasst. Dies führte zu einem umfassenden personellen Neuanfang: Neben Verbandschef Gabriele Gravina mussten auch Nationaltrainer Gennaro Gattuso und Teamkoordinator Gianluigi Buffon ihre Posten räumen. Malagò, der Gravina ablöste, treibt nun die Neuaufstellung voran. Er betonte, dass eine Zusage Maldinis jedoch nicht sicher sei: „Es ist deshalb wichtig, einen Plan B und vielleicht auch einen Plan C zu haben. Ich bin da sehr, sehr, sehr entspannt. Und spätestens in dieser Woche werde ich auch in Bezug auf die Trainerfrage eine Bilanz ziehen.“
Trainersuche: Conte und Mancini als Favoriten
Als aussichtsreichste Kandidaten für den Trainerposten gelten Antonio Conte und Roberto Mancini. Beide haben bereits Erfahrung als Nationalcoach Italiens und sind derzeit ohne Anstellung. Conte (56) trainierte die Squadra Azzurra von 2014 bis 2016 und verließ zuletzt die SSC Neapel nach der abgelaufenen Saison. Mancini (61) war von 2018 bis 2023 Nationaltrainer, führte Italien 2021 zum EM-Titel, scheiterte jedoch ebenfalls in der WM-Qualifikation 2022. Er verließ den Verband überraschend, um in Saudi-Arabien zu arbeiten, was ihm viele Fans in Italien verübelten. Malagò erklärte, noch mit keinem Trainer gesprochen zu haben, da er dies gemeinsam mit dem neuen Technischen Direktor tun wolle.
Ausblick: Entscheidungen noch diese Woche
Der Verbandschef kündigte an, noch in dieser Woche eine Bilanz zu ziehen und sowohl über den Technischen Direktor als auch über den Trainer zu entscheiden. Sollte Maldini absagen, müsse man auf Alternativen zurückgreifen. Die italienische Fußballöffentlichkeit blicgt gespannt auf die anstehenden Personalentscheidungen, die über die Zukunft des viermaligen Weltmeisters entscheiden könnten.



