Nachgehakt von Alfred Draxler: Ronaldo & Co. – 40 ist das neue 30!
Cristiano Ronaldo (41) trainiert mit Portugal für die WM. Foto: PATRICIA DE MELO MOREIRA/AFP
Alfred Draxler – 16.06.2026 – 10:45 Uhr
Der Mittwoch bei der WM ist der Tag der alten Männer! Der guten alten Männer! Der Tag der ewig jungen Superstars.
Lionel Messi spielte am Morgen mit Titelverteidiger Argentinien gegen Algerien. Er wird während der WM 39. Cristiano Ronaldo spielt gegen Kongo und bestreitet wie Messi seine sechste WM. Er ist 41. Luka Modrić, der ewige Dirigent Kroatiens, tritt gegen England an. Er ist 40. Und da Manuel Neuer mit 40 gerade sein Comeback in der deutschen Nationalmannschaft feierte, kann man mit Fug und Recht sagen: Im internationalen Spitzenfußball ist 40 das neue 30!
Ich bewundere diese alten Männer! Forever Young! Die Erfahrung ersetzt manchmal den Zweikampf, das Auge den Sprint. Aber wer in diesem Alter nach wie vor auf Weltklasse-Niveau spielt, der muss ein ganz Großer sein. Möglich ist das nur mit eiserner Disziplin!
Von Ronaldo (228 Länderspiele) ist bekannt, dass er neben dem Mannschaftstraining täglich drei bis vier Stunden in Kraft-, Ausdauer- und Erholungseinheiten investiert. Dass er eitel ist und stolz auf seinen Waschbrettbauch – geschenkt! Das hat er sich verdient!
Messi (173 Länderspiele) wirkt dagegen eher klein und schmächtig. Aber es gibt Bilder von ihm, wie er in einer Gewichtsweste an einer Klimmzugstange arbeitet, als wäre es ein Kinderspiel – mit einem zusätzlichen Gewicht zwischen den Beinen.
Früher war das nicht so. Da wurde auf die medizinische Betreuung der Spieler weniger Wert gelegt. Anfang der 1970er Jahre gab es in der Bundesliga vor dem Spiel noch ein fettes Steak. Und in jedem Klub war nur ein einziger Masseur für alle Spieler da.
Auch in der Nationalmannschaft. Da gab es viele Jahre nur Erich Deuser, der mit seinem elastischen „Deuser-Band“ zur Rehabilitation selbst zum Star wurde. Bei der WM 1974 sorgte Franz Beckenbauer dafür, dass wenigstens tageweise ein zweiter Masseur die Muskeln der späteren Weltmeister knetete.
Bei der WM 2026 gibt es für die Spieler dagegen eine Rundumversorgung. Bei der deutschen Mannschaft sind im Einsatz: zwei Ärzte, vier Physiotherapeuten und ein Sportpsychologe.
Wer weiß: Vielleicht werden junge Spieler wie Wirtz oder Musiala unter diesen Umständen eines Tages auch 40-jährige Weltklassespieler. Forever Young!
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