Deutsche Haushalte geben 335 Euro monatlich für Lebensmittel aus
335 Euro pro Monat: Lebensmittelausgaben in Deutschland

Die hohen monatlichen Kosten für Lebensmittel belasten viele Haushalte in Deutschland. Laut aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes gaben private Haushalte im Jahr 2023 durchschnittlich 335 Euro pro Monat für Nahrungsmittel aus. Diese Zahlen stammen aus der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS), die alle fünf Jahre durchgeführt wird.

Inflation trifft Lebensmittel besonders hart

Die Inflation der vergangenen Jahre hat bei Nahrungsmitteln deutlich länger angehalten als in anderen Bereichen. Besonders für Geringverdiener stellt dies weiterhin ein großes Problem dar. Eine Studie der Europäischen Zentralbank mit dem Titel „Wenn Lebensmittel schmerzen“ kam im vergangenen Herbst zu dem Schluss, dass das Preisniveau in Deutschland seit 2019 im westeuropäischen Vergleich besonders stark gestiegen ist. Der Anstieg fiel bis Sommer 2025 deutlich höher aus als in Frankreich oder Italien, aber schwächer als im Baltikum.

Trotz der Teuerung blieb der Anteil der Ausgaben für Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren an den gesamten privaten Konsumausgaben in Deutschland relativ konstant bei rund 14 Prozent. Dies zeigt, dass Haushalte trotz höherer Preise nicht weniger für Essen ausgeben, sondern andere Bereiche einschränken.

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Wofür die Deutschen am meisten ausgeben

Die EVS-Daten geben detailliert Aufschluss darüber, für welche Lebensmittel das meiste Geld ausgegeben wird. An der Spitze stehen Fleisch und Fisch: Gut ein Fünftel (22 Prozent) des Lebensmittelbudgets fließt in diese Kategorie, einschließlich Wurst und Meeresfrüchte. Jeweils rund ein Sechstel (17 Prozent) der Ausgaben entfallen auf Getreide und Getreideerzeugnisse wie Brot, Reis und Nudeln sowie auf Milch, Molkereiprodukte und Eier.

  • Gemüse und Kartoffeln: 14 Prozent
  • Obst und Nüsse: 9 Prozent
  • Zucker und Süßwaren: 8 Prozent

Zusätzlich zu den Nahrungsmitteln gaben die Haushalte durchschnittlich rund 75 Euro monatlich für Getränke aus. Davon entfielen 55 Prozent (gut 40 Euro) auf alkoholfreie Getränke und 45 Prozent (knapp 35 Euro) auf alkoholische Getränke. Den größten Anteil der Getränkeausgaben machten Erfrischungsgetränke und Mineralwasser mit knapp einem Viertel (24 Prozent) aus. Jeweils rund ein Fünftel wurde für Wein und weinhaltige Getränke (20 Prozent) sowie für Kaffee und Tee (19 Prozent) verwendet. Bier (auch alkoholfrei) hatte einen Anteil von 16 Prozent.

Hintergrund der Erhebung

Die EVS ist die größte freiwillige Haushaltserhebung der amtlichen Statistik. Für die aktuelle Stichprobe machten 9965 Haushalte 14 Tage lang detaillierte Angaben zu ihren Ausgaben für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren. Dabei sind alle Haushaltstypen berücksichtigt, vom Ein-Personen-Haushalt bis zur Großfamilie sowie von niedrigen bis hohen Einkommen. Ausgaben in Restaurants, Cafés, Kantinen und ähnlichen Einrichtungen sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

Die Daten wurden bereits 2023 erhoben, und Experten gehen davon aus, dass die Ausgaben seither weiter gestiegen sind. Die anhaltende Inflation und gestiegene Lebensmittelpreise dürften die monatlichen Kosten für viele Haushalte noch erhöht haben.

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