Polen: Festnahmen nach Mord an russischem Künstler Skrepetsky
Festnahmen nach Mord an russischem Künstler in Polen

Mord an russischem Künstler in Polen: Zwei Festnahmen

Der russische Künstler und Putin-Kritiker Semyon Skrepetsky ist im Osten Polens auf offener Straße erschossen worden. Auf den 44-Jährigen, der auch als Simon Skrepetski bekannt ist, seien mehrere Schüsse abgegeben worden, sagte ein Polizeisprecher des ostpolnischen Verwaltungsbezirks Lublin der Nachrichtenagentur PAP. Tatort war demnach die Stadt Biała Podlaska. Die polnische Staatsanwaltschaft bestätigte den tödlichen Anschlag offiziell.

Geplante Tat? Ermittlungen laufen

Dem Hergang nach sehe es nach einer geplanten Tötung aus, sagte der Polizeisprecher. Das Motiv war zunächst unklar. Zwei Männer aus Belarus seien festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit: „Die Beteiligung dieser beiden Männer und ihr Zusammenhang mit diesem Vorfall werden derzeit untersucht.“ Es sei aber noch keine Anklage erhoben worden.

Als Skrepetsky am Boden lag, habe der bislang unbekannte Schütze „aus nächster Nähe zwei weitere Schüsse abgegeben“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Wie die „Zeit“ unter Berufung auf polnische Lokalmedien und den Fernsehsender wPolsce24 berichtet, wurde Skrepetsky auf einem Parkplatz vor einem Wohnhaus mehrfach aus kurzer Distanz getroffen. Die Polizei habe daraufhin die umliegenden Straßen und Ausgangsstraßen aus der Stadt gesperrt sowie Schulen und Kindertagesstätten unter Bewachung gestellt. Ein Verdächtiger wurde demnach in der Nähe des belarussischen Konsulats in Biała Podlaska festgenommen. Die Stadt liegt unweit der Grenze zu Belarus, das mit Putins Russland verbündet ist.

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Skrepetskys provokante Anti-Putin-Performance in Berlin

Noch am vergangenen Freitag, dem 12. Juni, dem russischen Nationalfeiertag, war Skrepetsky für eine Performance in Berlin. Vor der russischen Botschaft zeigte er ein Gemälde, das Sowjet-Diktator Josef Stalin mit Putin als Baby im Arm darstellt. Wie auf YouTube zu sehen ist, wischte sich der Künstler dabei auch demonstrativ den Hintern mit einer russischen Flagge ab und hängte diese an einen Mülleimer.

Hintergrund: Exil und satirische Werke

Wie die „Zeit“ schreibt, stammt Skrepetsky, der mit bürgerlichem Namen Robert Kuzowkow heißt, aus der Altai-Region in Sibirien. 2021 habe er Russland verlassen und seitdem im Exil in Polen gelebt. Seine Karikaturen zeigten nicht nur Putin und direkte Verbündete wie den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko oder Tschetschenen-Anführer Ramsan Kadyrow. Auch andere Mächtige der Welt wie Billionär Elon Musk oder Chinas Staatschef Xi Jinping sind darauf zu sehen. Aber auch der verstorbene russische Oppositionsführer Alexej Nawalny und die ukrainische Regierung sollen schon Ziel von Skrepetskys Satire gewesen sein.

Warnungen vor Anschlägen auf Exilrussen

Sicherheitsbehörden in mehreren europäischen Ländern haben vor möglichen Anschlägen auf russische Regierungsgegner im Exil gewarnt oder solche Attentate verhindert. In Spanien wurde 2024 ein russischer Militärpilot erschossen, der sich mit seinem Helikopter im Jahr zuvor in die Ukraine abgesetzt hatte.

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