Kurz vor dem Achtelfinale gegen Mexiko hat Englands Trainer Thomas Tuchel amüsiert über Berichte zur angeblichen Einnahme von Viagra durch seine Spieler aufgeklärt. „Das ist nicht wahr“, stellte der deutsche Coach der Three Lions auf der Pressekonferenz im Aztekenstadion klar. Die Information habe ihn nicht erreicht, betonte Tuchel. Hintergrund war ein Bericht der britischen Boulevardzeitung „The Sun“, wonach Viagra nicht auf der Dopingliste stehe und Studien eine positive Wirkung gegen Ermüdungsgefühle und Schwindel in großen Höhen nahelegten. Anzeichen für eine Einnahme im Team gebe es aber nicht, räumte das Blatt ein.
US-Botschaft warnt Staatsbürger vor WM-Achtelfinale Mexiko gegen England
Die US-Botschaft in Mexiko-Stadt hat ihre Landsleute vor dem Duell der beiden Teams am Montag um 2.00 Uhr (MagentaTV) gewarnt. In der Hauptstadt und landesweit würden an Fan-Festen, in Stadien und an öffentlichen Übertragungsorten große Menschenmengen erwartet. Bei jüngsten Public-Viewing-Veranstaltungen sei es wegen Überfüllung zu Verletzten und Todesfällen gekommen. Zudem warnte die Botschaft vor möglichen Demonstrationen und rief US-Bürger auf, diese zu meiden. Nach mexikanischem Recht dürfen Ausländer nicht an politischen Kundgebungen teilnehmen; Verstöße können zu Festnahmen oder Abschiebungen führen.
Matthäus kritisiert Nagelsmann und hofft auf Klopp
Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat nach dem WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft scharf mit Julian Nagelsmann abgerechnet. Das gesamte Projekt sei „krachend gescheitert“, schrieb der 65-Jährige in der „Bild“. Die Mannschaft habe „keine Führung auf dem Platz, keine spielerische Qualität, kein gutes Abwehrverhalten, kein Miteinander. Das war ein reiner Hühnerhaufen.“ Nach dem Rücktritt Nagelsmanns, der nach dem Sechzehntelfinal-Aus gegen Paraguay erfolgte, gilt Jürgen Klopp als designierter Nachfolger. „Mit Klopp als Bundestrainer würde im deutschen Fußball ein anderer Wind wehen“, prognostizierte Matthäus.
Schweizer Nationalteam verstärkt Ziel von Hasskommentaren
Der Schweizerische Fußballverband sieht sich während der WM vermehrt mit Hasskommentaren konfrontiert. „Leider können wir inzwischen abschätzen, wann die Gefahr einer Häufung solcher niederträchtigen Kommentare steigt“, sagte ein Medienverantwortlicher der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Katar zum Auftakt seien so viele diskriminierende Nachrichten eingegangen, dass die Kommentarfunktion auf den Social-Media-Kanälen deaktiviert worden sei – auch wegen rassistischer Äußerungen zur Hautfarbe oder Herkunft der Spieler. Der Verband leitet strafbare Kommentare an die Strafverfolgungsbehörden weiter. Die Schweiz trifft im Achtelfinale am Dienstag (22.00 Uhr/ARD und MagentaTV) in Vancouver auf Kolumbien. Die FIFA hatte zuvor mitgeteilt, dass rassistische Kommentare während dieser WM um drei Prozent auf elf Prozent aller beleidigenden Beiträge gestiegen seien; 1.000 Accounts wurden gemeldet.
Frankreich besiegt Paraguay – Mbappé nähert sich Messi-Rekord
Topfavorit Frankreich hat sich mit Mühe gegen Deutschland-Bezwinger Paraguay durchgesetzt. Ein Elfmetertor von Kylian Mbappé in der 70. Minute vor 68.324 Zuschauern in Philadelphia reichte zum 1:0-Sieg. Mbappé erzielte damit seinen 19. WM-Treffer und liegt nur noch ein Tor hinter Lionel Messis Rekord. Im Viertelfinale trifft Frankreich am Donnerstag auf Marokko.
Argentinien zittert sich gegen Kap Verde weiter
Titelverteidiger Argentinien benötigte die Verlängerung, um den Außenseiter Kap Verde mit 3:2 niederzuringen. Lionel Messi traf in der 29. Minute zum 1:0, doch Kap Verde glich nach der Pause aus. In der Verlängerung führte Argentinien erneut, kassierte aber das 2:2 durch ein Traumtor von Sidny Lopes Cabral. Den Siegtreffer erzielte Diney Borges per Eigentor in der 111. Minute nach einem Eckball von Messi. Argentinien trifft nun im Achtelfinale auf Ägypten.
Ägypten feiert ersten K.-o.-Sieg seit 1934
Ägypten um Mohamed Salah setzte sich im Elfmeterschießen mit 4:2 gegen Australien durch und steht erstmals seit 92 Jahren wieder im Achtelfinale einer WM. Den entscheidenden Elfmeter verwandelte Hossam Abdelmaguid. Australiens Trainer Tony Popovic hatte kurz vor Ende der Verlängerung Torhüter Mathew Ryan eingewechselt, was sich nicht auszahlte. Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung hatte es 1:1 gestanden.
Nagelsmann tritt zurück – Klopp als Nachfolger bereit
Julian Nagelsmann ist nicht mehr Bundestrainer. Der 38-Jährige erklärte nach dem WM-Aus gegen Paraguay seinen sofortigen Rücktritt. Der DFB bestätigte, dass die Spitze nun das Gespräch mit Jürgen Klopp suchen werde, der bereits seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert habe. „Ich bin bereit“, sagte Klopp, der derzeit als Experte für MagentaTV in den USA arbeitet. Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig verlässt den DFB zum Jahresende. Der Weltmeister von 1990 Rudi Völler bleibt vorerst Sportdirektor.



