WM-Aus: Magath und Effenberg attackieren DFB-Spitze scharf
WM-Aus: Magath und Effenberg greifen DFB-Führung an

Nach dem frühen Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft haben die ehemaligen Nationalspieler Felix Magath und Stefan Effenberg scharfe Kritik an der Führung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) geübt. Beide sehen dringenden Reformbedarf und stellen die Personalentscheidungen des Verbandes infrage.

Effenberg fordert Konsequenzen für Neuendorf

Der frühere Bayern-Kapitän Stefan Effenberg forderte in der Sport1-Sendung „Doppelpass“ sogar die Ablösung von DFB-Präsident Bernd Neuendorf. „Die ducken sich weg. Weil ganz Fußball-Deutschland redet über Klopp. Das haben sie clever gemacht“, sagte der 57-Jährige. „Aber im Endeffekt steht Neuendorf genauso in der Verantwortung. Und da müsste eigentlich auch bei den nächsten Wahlen die Konsequenz gezogen werden.“ Effenberg sieht die DFB-Spitze in der Pflicht, nachdem die Nationalmannschaft bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko bereits in der Vorrunde gescheitert war.

Magath: Nagelsmann-Verpflichtung war „krasse Fehlentscheidung“

Der frühere Meistertrainer Felix Magath nannte zwar explizit keine Namen aus der DFB-Führung, hält Jürgen Klopp jedoch für die richtige Wahl als neuen Bundestrainer. Allerdings sei Klopp als designierter Nachfolger von Julian Nagelsmann „eine rein politische Entscheidung“, meinte der 72-Jährige. „Alle sind begeistert. Alle sagen: Jürgen Klopp muss es machen. Aber wie kann ich mich in eine so alternativlose Situation begeben wie der DFB?“, kritisierte Magath. „Klopp macht jetzt, was er will.“

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Für den ehemaligen Trainer von Bayern München war die Verpflichtung von Nagelsmann im Jahr 2023 „eine krasse Fehlentscheidung. Ich kann ihm keinen Vorwurf machen. Aber er war einfach völlig überfordert“, sagte Magath. „Deshalb ist in den drei Jahren, in denen er Bundestrainer war, nie etwas vor sich gegangen. Wir haben uns 2024 die Europameisterschaft schöngeredet. Die war ja auch nix. Toni Kroos hat ihn gerettet damals. Nicht er und seine fachlichen Fähigkeiten.“ Und deshalb müsse für „diese Fehlentscheidung irgendjemand die Verantwortung übernehmen“.

Klopp als alleinige Lösung?

Beide Experten sind sich einig, dass die Berufung von Jürgen Klopp allein nicht ausreicht, um die strukturellen Probleme des DFB zu lösen. Magath betonte, dass der Verband sich in eine „alternativlose Situation“ manövriert habe. Effenberg ergänzte, dass die Führung um Neuendorf ihrer Verantwortung nicht gerecht werde. Die Kritik richtet sich nicht gegen Klopp persönlich, sondern gegen die Art und Weise, wie der DFB seine Entscheidungen trifft und kommuniziert.

Die deutsche Nationalmannschaft war bei der WM in der Gruppenphase gescheitert, was zu einem erneuten Tiefpunkt in der jüngeren Geschichte des deutschen Fußballs führte. Nach dem Turnier hatte der DFB die Verpflichtung von Jürgen Klopp als neuen Bundestrainer bekannt gegeben, der ab 2026 das Amt übernehmen soll. Die Personalie wurde von vielen Fans und Medien begrüßt, doch Magath und Effenberg warnen vor zu großer Euphorie.

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