Die deutsche Nationalmannschaft ist bei der Weltmeisterschaft 2026 im Sechzehntelfinale ausgeschieden. Nach einem enttäuschenden Auftritt unterlag die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann Paraguay mit 4:5 im Elfmeterschießen. Nach 120 Minuten hatte es 1:1 gestanden.
Elfmeter-Drama besiegelt das Aus
Im Elfmeterschießen trat Kai Havertz als erster Schütze an, doch Paraguays Torwart Gill hielt. Mauricio brachte Paraguay in Führung. Kapitän Joshua Kimmich verwandelte zum Ausgleich, doch Paraguay legte durch Galarza nach. Jamal Musiala traf, doch auch Sanabria war erfolgreich. Am Ende verwandelte Canale den entscheidenden Elfmeter und schickte Deutschland nach Hause. „Wir sind alle extrem enttäuscht. Die Mannschaft hat alles gegeben, aber es hat nicht gereicht“, sagte Bundestrainer Nagelsmann nach dem Spiel.
Desaströse Leistung über weite Strecken
Deutschland hatte zwar über weite Strecken mehr Ballbesitz, fand aber gegen tiefstehende Paraguayer kaum Mittel. In der 41. Minute ging Paraguay in Führung: Nach einer Ecke klärte die DFB-Elf nicht sauber. Miguel Almirón ließ Nathaniel Brown aussteigen und spielte auf Galarza, der in den Strafraum flankte. Julio Enciso köpfte freistehend zum 1:0 ein – ausgerechnet der nur 1,68 Meter große Stürmer. Es war der erste Gegentreffer Deutschlands im Turnier.
Nagelsmanns Undav-Plan geht nicht auf
Nagelsmann hatte vor dem Spiel überraschend Deniz Undav für Jamal Musiala in die Startelf beordert. „Deniz hat es sich verdient“, erklärte der Trainer. DFB-Direktor Rudi Völler sagte im ZDF: „Die Nation wollte es schon relativ lange, jetzt ist er halt drin.“ Doch der Plan mit der Doppelspitze zündete nicht. Undav kam in der ersten Halbzeit nur auf vier Ballkontakte, zur Halbzeit auf acht. Jürgen Klopp forderte zur Pause: „Undav darf sich auch gerne mehr um den Ball bemühen.“ In der 63. Minute wurde Undav durch Musiala ersetzt.
Havertz-Ausgleich und VAR-Entscheidung
Zur Halbzeit brachte Nagelsmann Leon Goretzka für Felix Nmecha. In der 54. Minute gelang der Ausgleich: Florian Wirtz flankte aus dem Halbfeld, Kai Havertz stand goldrichtig und ließ den Ball über den Kopf ins Netz rutschen – 1:1. In der Verlängerung drückte Deutschland und erzielte vermeintlich die Führung: Nach einer Ecke von Brown stieg Abwehrchef Jonathan Tah am höchsten und köpfte ein (102. Minute). Doch der VAR nahm den Treffer zurück, weil Waldemar Anton den paraguayischen Torwart behindert hatte. Selbst Dirk Nowitzki schrieb auf X: „Das ist kein Foul.“
Statistik und Ausblick
Es war das zwölfte Mal, dass Deutschland bei einer WM in die Verlängerung ging – so oft wie kein anderes Team. Doch diesmal half das nicht. „Wir müssen uns jetzt sammeln und die Lehren daraus ziehen“, sagte Nagelsmann. Für Deutschland endet der Traum vom langen WM-Sommer vorzeitig. Die Mannschaft reist ab, Paraguay trifft im Achtelfinale auf den Sieger der Partie zwischen Mexiko und Saudi-Arabien.



